Von Alexander Krüger 🔥 · 23. Februar 2026 · 16 Min. Lesezeit

Sauna nach dem Sport — Regeneration oder Risiko?

Sportler entspannt nach dem Training in einer Holzsauna mit aufsteigendem Dampf Die Sauna nach dem Sport ist ein Klassiker — aber das Timing und die Intensität entscheiden, ob sie hilft oder schadet.
💡 Gut zu wissen: Sauna nach dem Sport fördert die Regeneration — wenn das Timing stimmt. Nach moderatem Training: 10-20 Min. Cool-Down, dann Sauna (max. 2 Gänge à 8-12 Min.). Nach intensivem Training: 30-60 Min. warten. Vor der Sauna: 0,5L trinken. Die Wärme steigert die Durchblutung, löst Verspannungen und erhöht das Wachstumshormon (HGH) kurzfristig um 200-300%. Aber: Direkt nach Wettkämpfen 2-4h warten.

Fast jedes Fitnessstudio hat eine Sauna — und nach dem Training dort reinzugehen, fühlt sich einfach richtig an. Die Muskeln entspannen, der Schweiß fließt, die Anspannung des Trainings löst sich. Aber ist das auch physiologisch sinnvoll? Oder schadet die zusätzliche Belastung dem ohnehin beanspruchten Körper?

Die kurze Antwort: Sauna nach dem Sport ist grundsätzlich gut — wenn du es richtig machst. Die lange Antwort folgt in diesem Artikel: Mit konkreten Zeitfenstern, Studien und der Frage, ob Infrarot oder finnische Sauna nach dem Training besser geeignet ist.

Was passiert im Körper?

Nach dem Sport befindet sich dein Körper im katabolen Zustand: Muskelgewebe hat Mikrorisse, Stoffwechselprodukte (Laktat, H⁺-Ionen) haben sich angesammelt, das Nervensystem ist aktiviert, der Körper ist dehydriert. Die Regeneration — also Reparatur und Anpassung — beginnt sofort und dauert 24-72 Stunden.

Die Sauna greift in diesen Prozess ein:

Positive Effekte

Potenzielle Risiken

Das richtige Timing

TrainingsintensitätWartezeitSauna-Empfehlung
Leicht (Yoga, Spaziergang, lockeres Radfahren)5-10 Min.Normal saunieren (2-3 Gänge)
Moderat (Joggen, Schwimmen, moderates Krafttraining)10-20 Min.1-2 Gänge à 8-12 Min. ★
Intensiv (HIIT, schweres Krafttraining, Intervalle)30-60 Min.1 Gang à 8-10 Min., milder
Wettkampf / Extrembelastung2-4 Stunden oder nächster TagNur 1 milder Gang oder Infrarot

Der Cool-Down ist entscheidend: Geh nicht direkt vom Laufband in die Sauna. Lass den Puls auf unter 100 bpm sinken, trink 0,5L Wasser, und erst dann in die Sauna. Die 10-20 Minuten Abkühlung sind keine verschwendete Zeit — sie ermöglichen dem Kreislauf, sich zu stabilisieren.

Was sagen die Studien?

Studie 1: Sauna und Ausdauerleistung

Eine neuseeländische Studie (Scoon et al., 2007) untersuchte Läufer, die nach dem Training 3 Wochen lang regelmäßig saunierten. Ergebnis: 32% längere Laufzeit bis zur Erschöpfung und 7,1% mehr Plasmavolumen. Die Sauna trainiert den Körper, effizienter mit Hitze umzugehen — ähnlich wie Höhentraining2.

Studie 2: Muskelregeneration

Mehrere Studien zeigen, dass Sauna nach dem Training die wahrgenommene Muskelerschöpfung reduziert und die neuromuskuläre Erholung beschleunigt. Die Effekte sind messbar, aber moderat — Sauna ist kein Wundermittel, sondern ein Baustein der Regeneration3.

Studie 3: HGH-Ausschüttung

Eine finnische Studie zeigte, dass 2× tägliche Saunagänge (je 20 Min., 80°C) die HGH-Ausschüttung um 200-300% steigerten. Die Erhöhung ist kurzfristig (Stunden) und mit Vorsicht zu interpretieren — ob sie tatsächlich den Muskelaufbau messbar beeinflusst, ist nicht abschließend geklärt1.

Hilft Sauna gegen Muskelkater?

Jein. Die Wärme lindert die Symptome des Muskelkaters (Steifheit, Druckempfindlichkeit), aber sie beschleunigt die eigentliche Reparatur der Mikrorisse nicht nachweislich. Die verbesserte Durchblutung transportiert Entzündungsmediatoren ab und bringt Nährstoffe zu den geschädigten Muskelfasern — das kann die Erholung subjektiv beschleunigen.

Praxis-Tipp: Sauna ist bei Muskelkater angenehmer als Kältetherapie (Eisbad) — und die Studienlage für beide Methoden ist ähnlich widersprüchlich. Mach, was sich gut anfühlt. Für viele Sportler ist die Sauna die angenehmere Regenerationsmethode.

Wachstumshormon-Boost durch Sauna

Das Wachstumshormon (Human Growth Hormone, HGH) ist zentral für Muskelreparatur, Fettverbrennung und Zellregeneration. Sauna steigert HGH — aber die Details sind wichtig:

Fazit: Der HGH-Boost ist ein netter Bonus, aber nicht der Hauptgrund für Sauna nach dem Sport. Die Regenerationsförderung durch Durchblutung, Muskelentspannung und Parasympathikus-Aktivierung ist praktisch relevanter.

Infrarot vs. Finnische Sauna nach dem Sport

AspektInfrarotsaunaFinnische Sauna
Temperatur40-60°C80-100°C
KreislaufbelastungGering ★Hoch
Tiefenwärme★★★★★ (IR-A dringt in Muskeln)★★★ (über Luft/Konvektion)
HGH-BoostModerat★★★★★ (200-300%)
Aufheizzeit5-10 Min. ★30-60 Min.
Nach leichtem Training✅ Gut✅ Sehr gut ★
Nach schwerem Training✅ Besser ★ (milder)⚠️ Mit Vorsicht
Schmerzlinderung★★★★★ ★★★★★

Meine Empfehlung:

So machst du es richtig

  1. Cool-Down: 10-20 Min. lockeres Auslaufen/Dehnen nach dem Training
  2. Trinken: 0,5L Wasser oder isotonisches Getränk VOR der Sauna
  3. Duschen: Schweiß abwaschen (Hygiene + bessere Thermoregulation)
  4. Sauna: 1-2 Gänge à 8-12 Minuten. Nicht übertreiben — der Körper ist vorbelastet
  5. Abkühlung: Kalte Dusche oder Kaltwasserbecken (1-3 Min.) — fördert die Gefäßreaktivität
  6. Ruhe: 10-15 Min. entspannen, nachdehnen
  7. Nachtrinken: 0,5-1L pro Saunagang (Elektrolyte ergänzen)
  8. Essen: Innerhalb von 1-2 Stunden nach Sauna + Training proteinreich essen (30-40g Protein)

5 häufige Fehler

  1. Kein Cool-Down: Direkt vom Laufband in die Sauna = Kreislaufüberlastung. Immer 10-20 Min. abkühlen lassen.
  2. Zu lange saunieren: Nach dem Training maximal 2 Gänge à 8-12 Min. — nicht die üblichen 3 Gänge à 15 Min. Der Körper ist vorbelastet.
  3. Nicht genug trinken: Training + Sauna = doppelter Flüssigkeitsverlust. 1-1,5L zusätzlich trinken. Keine Alkohol (auch kein „Sauna-Bier" nach dem Sport).
  4. Sauna VOR dem Training: Dehydriert, ermüdet und reduziert die Trainingsleistung. Immer nachher.
  5. Jeden Tag Sauna + Training: 3-4× pro Woche ist genug. An Ruhetagen kann Sauna auch ohne Training stattfinden — sogar vorteilhaft für die Regeneration.

Zuletzt geprüft am: 23. Februar 2026

Häufige Fragen

Ist Sauna nach dem Sport sinnvoll?

Ja — fördert Durchblutung, löst Verspannungen, steigert HGH. 10-20 Min. Cool-Down vorher, max. 2 Gänge, ausreichend trinken. → Timing

Wie lange warten nach dem Sport?

Moderat: 10-20 Min. Intensiv: 30-60 Min. Wettkampf: 2-4 Stunden. → Timing-Tabelle

Hilft Sauna beim Muskelaufbau?

Indirekt: HGH steigt 200-300%, Durchblutung fördert Nährstofftransport, Regeneration wird beschleunigt. Kein direkter Muskelaufbau-Effekt, aber bessere Erholung = häufigeres Training möglich. → HGH-Details

Infrarot oder Sauna nach dem Sport?

Nach leichtem Training: Finnische Sauna (stärkerer Reiz). Nach schwerem Training: Infrarot (milder, tiefere Gewebewärme). → Vergleich

Hilft Sauna gegen Muskelkater?

Lindert Symptome (Steifheit, Druckempfindlichkeit), beschleunigt aber nicht nachweislich die Reparatur. Die Wärme fühlt sich gut an und verbessert die subjektive Erholung. → Details

Alexander Krüger
Alexander Krüger — Sauna-Enthusiast und Gründer von SaunaMagie. Nach dem Training in die Sauna — für mich das perfekte Ende jeder Trainingseinheit. Aber das Timing muss stimmen. 🔥

Quellen & Methodik

  1. Leppäluoto, J. et al.: „Endocrine effects of repeated sauna bathing", Acta Physiologica Scandinavica, 1986
  2. Scoon, G. et al.: „Effect of post-exercise sauna bathing on the endurance performance of competitive male runners", Journal of Science and Medicine in Sport, 2007
  3. Mero, A. et al.: „Effects of far-infrared sauna bathing on recovery from strength and endurance training sessions in men", SpringerPlus, 2015
  4. Laukkanen, T. et al.: „Association Between Sauna Bathing and Fatal Cardiovascular and All-Cause Mortality Events", JAMA Internal Medicine, 2015