Von Alexander Krüger 🔥 · 22. Februar 2026 · 21 Min. Lesezeit

Saunasteine Test 2026 — Olivin, Diabas, Granit & Speckstein im großen Vergleich

Verschiedene Saunasteine auf einem Saunaofen — Olivin-Diabas, Vulkanit und Speckstein Die Saunasteine bestimmen die Dampfqualität, die Aufheizzeit und die Wärmeverteilung — ihre Bedeutung wird massiv unterschätzt.
💡 Gut zu wissen: Saunasteine sind nach dem Ofen das zweitwichtigste Element deiner Sauna. Sie speichern die Hitze und geben sie beim Aufguss als Dampf ab. Standard: Olivin-Diabas (15-25€/20 kg). Premium: Vulkanit oder Speckstein. Wechsel alle 1-2 Jahre bei regelmäßiger Nutzung. Die richtige Steinsorte und korrekte Schichtung machen mehr Unterschied als die meisten Saunagänger ahnen.

Über Saunaöfen wird stundenlang diskutiert — Harvia vs. EOS, Elektro vs. Holz, 6 kW vs. 9 kW. Über Saunasteine spricht kaum jemand. Dabei bestimmen die Steine maßgeblich, wie dein Aufguss wird: Wie schnell der Dampf aufsteigt, wie fein oder grob er ist, wie lange die Hitze nach dem Aufguss in der Kabine bleibt und wie gleichmäßig die Wärme verteilt wird.

Die meisten Saunabesitzer nehmen einfach die Steine, die beim Ofen dabei waren — oder kaufen den günstigsten 20-kg-Sack auf Amazon. Das funktioniert, aber es geht besser. Deutlich besser. Ich habe in verschiedenen Saunen mit unterschiedlichen Steintypen aufgegossen und die Unterschiede sind real: Von der Dampfqualität über die Aufheizzeit bis zur Haltbarkeit.

In diesem Vergleich analysiere ich alle relevanten Steinsorten für den Heimgebrauch — von der Budget-Option bis zum Premium-Stein. Du erfährst, welcher Stein zu deinem Ofen passt, wie du ihn richtig schichtest und wann der Wechsel fällig ist.

Was Saunasteine eigentlich tun

Saunasteine sind nicht einfach „Deko auf dem Ofen". Sie erfüllen drei zentrale Funktionen:

1. Wärmespeicher

Der Ofen heizt die Steine auf 300-500°C (bei Holzöfen bis 700°C). Die Steine speichern diese thermische Energie und geben sie kontinuierlich an die Saunaluft ab — auch wenn der Ofen zwischenzeitlich im Thermostat-Zyklus pausiert. Je größer die Steinmasse, desto stabiler die Temperatur in der Kabine. Deshalb haben Premium-Öfen (Harvia Legend, EOS Mythos) 100-200 kg Steinmasse — sie erzeugen eine völlig andere, gleichmäßigere Hitze als ein kleiner Ofen mit 15 kg Steinen.

2. Dampferzeuger beim Aufguss

Wenn du Wasser mit der Kelle auf die heißen Steine gießt, verdampft es schlagartig. Die Qualität dieses Dampfes — fein und weich oder grob und stechend — hängt direkt von den Steinen ab:

3. Strahlungswärme

Heiße Steine strahlen Infrarotwärme ab — ähnlich wie ein Kachelofen. Diese Strahlungswärme fühlt sich anders an als die heiße Luft: Sie wärmt den Körper „von innen", tiefer und angenehmer. Große, freistehende Steinmassen (wie bei offenen Tower-Öfen) erzeugen mehr Strahlungswärme als geschlossene Öfen mit kleiner Steinmasse.

Alle Steinarten im Vergleich

SteinartWärmespeicherungMax. TemperaturHaltbarkeitDampfqualitätPreis (20 kg)
Olivin-Diabas ★Sehr gut~1.200°C1-3 JahreGut bis sehr gut15-25€
Olivin (rein)Hervorragend~1.300°C2-4 JahreSehr gut20-30€
Vulkanit/PeridotitHervorragend~1.400°C3-5 JahreHervorragend25-40€
Speckstein (Talc-Chlorit)★ Am besten~1.600°C5-10 JahreHervorragend, weich35-60€
GranitGut~800°C1-2 JahreMittel10-15€
BasaltGut~1.000°C1-2 JahreGut12-20€
Keramik-SteineGut~1.200°C5+ JahreGut, gleichmäßig30-50€

Olivin-Diabas — Der Standard

Olivin-Diabas ist der mit Abstand meistverkaufte Saunastein weltweit — und das aus gutem Grund. Das Gestein ist eine Mischung aus Olivin (Magnesium-Eisen-Silikat) und Diabas (Plagioklas + Pyroxen) und vereint die Vorteile beider: Hohe Wärmespeicherkapazität, exzellente Temperaturbeständigkeit (bis ~1.200°C) und gute mechanische Stabilität bei thermischer Wechselbelastung (Aufgusswasser auf heißen Stein).

In der Praxis bedeutet das: Olivin-Diabas heizt gleichmäßig auf, gibt die Wärme kontrolliert ab und übersteht hunderte Aufgüsse, bevor er anfängt zu zerfallen. Bei 2-3 Saunagängen pro Woche hält ein guter Olivin-Diabas 1-3 Jahre — je nach Ofen-Typ und Aufguss-Intensität.

Für wen: 80% aller Saunabesitzer. Wenn du nicht weißt, welchen Stein du nehmen sollst — Olivin-Diabas ist immer richtig. Die 20-kg-Säcke von Harvia, EOS oder Flamingo sind alle empfehlenswert und qualitativ auf ähnlichem Niveau.

Olivin (rein) — Der Aufsteiger

Reiner Olivin hat einen höheren Magnesiumanteil als Olivin-Diabas und speichert dadurch noch mehr Wärme pro Kilogramm. Die Steine sind typischerweise grün-bräunlich und etwas leichter als Diabas. Die höhere Reinheit bedeutet auch: Weniger Einschlüsse, die bei Hitze zu Rissen führen.

Spürbar besser als Olivin-Diabas? Ehrlich: Der Unterschied ist subtil. Wer aufmerksam aufgießt, merkt einen etwas weicheren, gleichmäßigeren Dampf. Im Blindtest würden die meisten Saunagänger keinen Unterschied erkennen. Der Hauptvorteil ist die längere Haltbarkeit (2-4 statt 1-3 Jahre).

Für wen: Saunagänger, die 3+ mal pro Woche saunieren und bereit sind, 5-10€ mehr für längere Haltbarkeit zu zahlen.

Vulkanit / Peridotit — Das Premium-Segment

Vulkanit (oft als Peridotit oder Dunit verkauft) ist ein magmatisches Tiefengestein mit extrem hohem Olivin-Anteil (>90%). Die Steine sind dunkel, schwer und außerordentlich hitzebeständig (bis ~1.400°C). Sie wurden über Millionen von Jahren unter extremem Druck und Temperatur geformt — entsprechend robust reagieren sie auf thermische Belastung.

Der Unterschied zu Standard-Olivin-Diabas ist bei Vulkanit spürbar: Der Dampf ist feiner und weicher, die Steine halten 3-5 Jahre (statt 1-3), und die Wärmeabgabe ist gleichmäßiger. Premium-Sauna-Hersteller wie Harvia, EOS und Helo empfehlen Vulkanit für ihre High-End-Öfen.

Für wen: Besitzer von Premium-Öfen (Harvia Legend, EOS Mythos, Helo Ringo) mit großer Steinmasse (50+ kg). Bei einem 200€-Einstiegsofen mit 15 kg Steinen ist der Unterschied zu Olivin-Diabas marginal — hier lohnt sich das Upgrade selten.

Speckstein (Talc-Chlorit-Schiefer) — Der König

Speckstein ist der ultimative Saunastein — und gleichzeitig der teuerste. Das weiche, grau-grüne Gestein hat die höchste Wärmespeicherkapazität aller natürlichen Saunasteine und gibt die Wärme besonders langsam und gleichmäßig ab. Finnische Specksteinöfen (wie die berühmten Tulikivi-Öfen) nutzen diese Eigenschaft seit Jahrhunderten.

Die Dampfqualität von Speckstein ist legendär: Extrem feiner, weicher Dampf, der sich sanft über die Haut legt statt zu stechen. Der Grund: Speckstein hat eine natürliche Mikroporosität, die das Aufgusswasser in Millisekunden in winzige Tröpfchen zerteilt.

Nachteil: Speckstein ist relativ weich (Mohs-Härte 1-2). Bei häufigem Aufguss und extremer thermischer Wechselbelastung kann er schneller zerbröseln als harter Olivin. Paradoxerweise ist die Haltbarkeit trotzdem gut (5-10 Jahre), weil Speckstein keine Mikrorisse bildet — er zerfällt nicht explosiv, sondern „schält" sich langsam.

Für wen: Aufguss-Enthusiasten, die das Maximum an Dampfqualität wollen. Besitzer von finnischen Holzöfen oder Speckstein-Öfen. Wer bereit ist, 35-60€ statt 15-25€ pro Füllung zu zahlen.

Granit — der Budget-Stein

Granit ist günstig (10-15€/20 kg), überall verfügbar und funktioniert grundsätzlich als Saunastein. Allerdings hat Granit eine niedrigere Temperaturbeständigkeit (~800°C) als Olivin-Varianten und neigt bei thermischer Wechselbelastung stärker zur Rissbildung. Die Haltbarkeit ist entsprechend kürzer (1-2 Jahre).

Das Quarz-Problem: Manche Granitsorten enthalten hohe Quarz-Anteile. Quarz dehnt sich bei Erhitzung anders aus als die umgebende Gesteinsmatrix — das führt zu Mikrorissen und beschleunigt den Zerfall. Bei billigem, ungeprüftem Granit kann das zum Problem werden. Zertifizierte Sauna-Granitsteine (von Harvia, EOS etc.) sind auf niedrigen Quarzgehalt geprüft.

Für wen: Sparfüchse mit kleinen Öfen und geringer Nutzungsfrequenz (1x/Woche). Für intensive Nutzung rate ich davon ab — der häufigere Wechsel macht die Ersparnis zunichte.

Keramik-Steine — die synthetische Alternative

Keramik-Saunasteine sind keine natürlichen Steine, sondern industriell hergestellte Kugeln oder Formstücke aus Aluminiumoxid oder Cordierit. Sie haben eine gleichmäßige Form (meist rund), eine definierte Wärmeleitfähigkeit und zerfallen praktisch nicht.

Vorteile: Gleichmäßige Aufheizung, sehr lange Haltbarkeit (5+ Jahre), keine Splitter oder Steinstaub. Manche Saunagänger berichten von einem „saubereren" Dampf.

Nachteile: Sie sehen künstlich aus (gleichmäßige Kugeln statt natürlicher Formen), fühlen sich „steril" an und kosten deutlich mehr als natürliche Steine. Puristen lehnen sie kategorisch ab.

Für wen: Besitzer moderner Design-Saunen, die den minimalistischen Look schätzen. Oder: Als obere Schicht auf natürlichen Steinen — die Keramikkugeln erzeugen einen gleichmäßigen Dampf, während die natürlichen Steine darunter die Wärme speichern.

Dampfqualität: Was macht den Unterschied?

Nicht jeder Dampf ist gleich. Erfahrene Saunagänger — besonders die finnische Sauna-Community — unterscheiden zwischen „löyly" (weicher, feiner Dampf) und hartem, stechendem Dampf. Die Steine haben daran einen größeren Anteil als die meisten vermuten.

Feiner vs. grober Dampf

Feiner Dampf entsteht, wenn das Aufgusswasser schlagartig und vollständig verdampft — in Bruchteilen einer Sekunde. Die Tröpfchen sind mikroskopisch klein, der Dampf fühlt sich weich, warm und angenehm an. Er verteilt sich gleichmäßig in der Kabine.

Grober Dampf entsteht, wenn das Wasser zu langsam verdampft — es bilden sich größere Tröpfchen, die als „stechende" Hitze auf der Haut wahrgenommen werden. Ursachen: Zu niedrige Steintemperatur, zu glatte Steine, zu viel Wasser auf einmal.

Was beeinflusst die Dampfqualität?

  1. Steintemperatur (wichtigster Faktor): Je heißer die Steine, desto feiner der Dampf. Ab ~350°C wird der Dampf spürbar weicher. Unter 200°C: Wasser tropft durch, kaum Dampfbildung.
  2. Oberfläche: Raue, poröse Steine (Vulkanit, Speckstein) verteilen das Wasser besser als glatte (Granit). Mehr Kontaktfläche = schnellere Verdampfung = feinerer Dampf.
  3. Steinmasse: Mehr Steine = mehr gespeicherte Energie = mehr Aufgüsse bei hoher Temperatur, bevor die Steine „ermüden". Ein 100-kg-Steinofen hält 5-6 intensive Aufgüsse, ein 15-kg-Ofen maximal 2.
  4. Aufgusstechnik: Wenig Wasser, gleichmäßig verteilt = feiner Dampf. Ein Schwall auf eine Stelle = grober Dampf. Die richtige Kelle mit 100-150 ml Fassungsvermögen hilft bei der Dosierung.

Wie viel kg brauche ich?

Die richtige Steinmenge steht in der Anleitung deines Ofens — und die solltest du respektieren. Zu wenig Steine bedeutet schlechte Wärmespeicherung, zu viele Steine belasten die Heizelemente und können zu Überhitzung oder Verformung führen.

OfenleistungEmpfohlene SteinmengeBeispiel-Öfen
3-4,5 kW10-15 kgHarvia Vega Compact, Mini-Saunaöfen
4,5-6 kW15-20 kgHarvia Vega, EOS 34.A, Tylö Sense Sport
6-9 kW20-30 kgHarvia Cilindro, EOS Bi-O Tec, Tylö Combi
9-12 kW30-50 kgHarvia Virta Pro, EOS Mythos
12+ kW / Tower50-200 kgHarvia Legend, HUUM Drop/Hive, IKI Pillar

Faustregel: 3-4 kg Steine pro kW Ofenleistung bei Standard-Elektroöfen. Tower-Öfen und Holzöfen können deutlich mehr aufnehmen — hier die Herstellerangabe befolgen.

Was passiert bei zu vielen Steinen?

Was passiert bei zu wenigen Steinen?

Steingröße: Welcher Durchmesser für welchen Ofen?

Nicht jede Steingröße passt zu jedem Ofen. Die Daumenregel:

SteingrößeGeeignet fürVorteilNachteil
3-5 cmObere Schicht, Keramik-MixGroße Oberfläche, feiner DampfFällt durch Rost, blockiert Luft
5-10 cm ★Standard-ElektroöfenUniversell, gute Luftzirkulation
10-15 cmHolzöfen, Tower-Öfen, untere SchichtStabilität, große WärmemasseWeniger Oberfläche für Dampf

Ideal: Gemischte Größen verwenden. Große Steine (10-15 cm) unten zwischen die Heizelemente, mittlere (5-10 cm) in der Mitte, kleinere (3-5 cm) ganz oben. Diese Schichtung maximiert sowohl die Wärmespeicherung (große Steine unten) als auch die Dampfqualität (viel Oberfläche oben).

Richtig schichten — Schritt für Schritt

Die Art, wie du die Steine auf dem Ofen schichtest, beeinflusst die Leistung massiv. Falsch geschichtete Steine sind der häufigste Grund für schlechten Dampf und vorzeitigen Heizelement-Verschleiß. Hier die korrekte Vorgehensweise:

Schritt 1: Vorbereitung

Schritt 2: Untere Schicht (zwischen die Heizelemente)

Schritt 3: Mittlere Schicht

Schritt 4: Obere Schicht

Schritt 5: Kontrolle

Wann Saunasteine wechseln?

Saunasteine sind Verschleißteile — sie halten nicht ewig. Die thermische Wechselbelastung (hunderte Male von Raumtemperatur auf 300-500°C aufheizen, dann kaltes Aufgusswasser drauf) zermürbt irgendwann jedes Gestein. Die Frage ist nur: wann?

Wechsel-Intervalle nach Steinart und Nutzung

Steinart1x/Woche2-3x/WocheTäglich
Granit2-3 Jahre1-2 Jahre6-12 Monate
Olivin-Diabas3-5 Jahre1-3 Jahre8-18 Monate
Olivin (rein)4-6 Jahre2-4 Jahre1-2 Jahre
Vulkanit5-8 Jahre3-5 Jahre2-3 Jahre
Speckstein8-12 Jahre5-8 Jahre3-5 Jahre
Keramik10+ Jahre5-8 Jahre3-5 Jahre

Zeichen, dass der Wechsel fällig ist

  1. Steine zerfallen: Wenn du beim Umschichten Stücke abbröckeln siehst oder feiner Steinstaub auf dem Ofenboden liegt — sofort wechseln
  2. Tiefe Risse: Einzelne Risse sind normal. Wenn ein Stein in 3+ Stücke zerbrochen ist oder Risse durch den ganzen Stein gehen — aussortieren
  3. Aufheizzeit steigt deutlich: Wenn der Ofen plötzlich 15-20 Minuten länger braucht, kann der Steinzerfall die Luftzirkulation blockieren
  4. Dampfqualität lässt nach: Weniger Dampf trotz gleicher Wassermenge = Steine verlieren Wärmespeicherkapazität
  5. Unangenehmer Geruch: Zerfallende Steine setzen manchmal mineralische Gerüche frei. Wenn es nach „heiß-metallisch" riecht statt nach Holz und Aufguss — Steine prüfen

Jährliche Wartung (10 Minuten)

Auch wenn die Steine noch gut aussehen: Einmal pro Jahr (oder alle 100 Saunagänge) solltest du die Steine komplett aus dem Ofen nehmen, gebrochene aussortieren und die restlichen neu schichten. Dabei die Heizelemente auf Korrosion oder Verformung prüfen.

Konkrete Kaufempfehlungen

Budget (10-20€ für 20 kg)

Mittelklasse (20-35€ für 20 kg)

Premium (35-60€ für 20 kg)

Sonder-Tipp: Keramik-Topping

Steine aus der Natur? Warum das gefährlich ist

Die Idee klingt verlockend: Kostenlose Steine aus dem Flussbett oder vom Feldrand sammeln statt 15-25€ für einen Sack auszugeben. Tu es nicht.

Die Explosionsgefahr

Steine aus der Natur — besonders aus Flüssen und Seen — können Feuchtigkeit eingeschlossen haben. Nicht Feuchtigkeit auf der Oberfläche (die trocknet), sondern Wasser in Mikroporen und Einschlüssen tief im Inneren. Wenn solche Steine auf 300-500°C erhitzt werden, verwandelt sich das eingeschlossene Wasser in Dampf. Der Dampfdruck steigt exponentiell — und irgendwann sprengt der Stein.

Das Ergebnis: Steinsplitter fliegen durch die Sauna. Es gibt dokumentierte Fälle von Verletzungen durch explodierende Natursteine in Saunen1. Das Risiko ist nicht theoretisch — es ist real und vermeidbar.

Das Schadstoff-Problem

Steine aus der Natur können Schwermetall-Einschlüsse (Blei, Cadmium, Arsen) enthalten, die bei hohen Temperaturen ausgasen. Zertifizierte Saunasteine werden auf Schadstofffreiheit geprüft — Flusssteine nicht.

Das Haltbarkeits-Problem

Selbst wenn ein Naturstein nicht explodiert: Ohne Kenntnis der genauen Gesteinsart weißt du nicht, wie hitzebeständig er ist. Ein hübscher runder Flussstein kann aus Kalkstein bestehen (zerfällt bei 400°C), aus quarzreichem Granit (bildet Splitter) oder aus Ton (wird bei Hitze weich und schmilzt auf die Heizelemente).

Fazit: 15-25€ für zertifizierte Saunasteine sind die beste Investition in deine Sicherheit. Kein gesparter Euro ist eine Augenverletzung durch einen explodierenden Stein wert.

5 Mythen über Saunasteine

Mythos 1: „Je teurer der Stein, desto besser der Aufguss"

Teilweise wahr. Premium-Steine (Vulkanit, Speckstein) erzeugen tatsächlich feineren Dampf — aber der Unterschied zwischen 15€-Olivin-Diabas und 50€-Speckstein ist kleiner als der Unterschied zwischen einem richtig und einem falsch geschichteten Ofen. Die Schichtung und Steintemperatur sind wichtiger als die Steinsorte.

Mythos 2: „Saunasteine müssen vor dem ersten Einsatz in Wasser eingeweicht werden"

Falsch. Saunasteine werden gewaschen (Staub entfernen), aber nicht eingeweicht. Einweichen bringt Feuchtigkeit in die Poren, die beim ersten Aufheizen als Dampf entweicht — das kann zu Rissbildung führen. Einfach unter fließendem Wasser abbrausen, trocknen lassen, einsetzen.

Mythos 3: „Dunklere Steine speichern mehr Wärme"

Falsch. Die Farbe hat keinen Einfluss auf die Wärmespeicherung. Ein heller Speckstein speichert mehr Wärme als ein dunkler Granit. Entscheidend sind Dichte, spezifische Wärmekapazität und Wärmeleitfähigkeit — nicht die Farbe.

Mythos 4: „Man kann Saunasteine in der Spülmaschine reinigen"

Technisch möglich, aber sinnlos. Saunasteine werden bei jedem Saunagang auf 300-500°C erhitzt — alles was eine Spülmaschine entfernen könnte, verbrennt sowieso beim nächsten Aufheizen. Unter fließendem Wasser abbrausen reicht völlig.

Mythos 5: „Ätherische Öle direkt auf die Steine tropfen"

Nicht empfohlen. Konzentrierte ätherische Öle verbrennen bei direktem Kontakt mit 300-500°C heißen Steinen — es entsteht ein beißender Geruch statt angenehmem Duft. Die Öle gehören ins Aufgusswasser im Eimer, nicht direkt auf die Steine. Mehr dazu in unserem Aufguss-Ratgeber.

Die häufigsten Fehler beim Steinbefüllen

  1. Steine zu dicht packen: Die Luft muss zirkulieren. Wenn du die Steine wie Tetris-Blöcke ineinander quetschst, überhitzen die Heizelemente (→ vorzeitiger Verschleiß) und die Steine heizen ungleichmäßig auf.
  2. Heizelemente einklemmen: Steine dürfen die Heizstäbe nicht berühren, einklemmen oder verbiegen. Mindestens 5 mm Abstand. Bei jedem Umschichten kontrollieren.
  3. Nur eine Steingröße verwenden: Gemischte Größen (groß unten, klein oben) sind deutlich besser als einheitliche Größe. Große Steine unten = Stabilität. Kleine oben = Dampfqualität.
  4. Steine nie umschichten: Steine „wandern" durch thermische Ausdehnung und setzen sich über die Zeit. Einmal jährlich komplett rausnehmen, gebrochene entfernen, neu schichten.
  5. Zu viel Wasser beim Aufguss: Kein Stein-Problem per se, aber: Wenn du 250 ml auf einmal auf 15 kg Steine kippst, tropft das meiste Wasser ungenutzt durch. Lieber 3x 80 ml dosiert als 1x 250 ml auf einen Haufen.
  6. Steine nie waschen: Neuen Steine vor dem ersten Einsatz waschen! Steinstaub blockiert die Poren und verschlechtert die Dampfqualität in den ersten Saunagängen.

Steine im Sauna-Zubehör-System

Saunasteine sind Teil eines Systems — sie arbeiten mit dem Ofen, der Kelle und dem Aufguss zusammen. Hier die Übersicht, wie alles zusammenspielt:

KomponenteEinfluss auf den AufgussPriorität
SaunaofenBestimmt die maximale Steintemperatur und -menge★★★★★
SaunasteineSpeichern die Hitze, erzeugen den Dampf★★★★★
Eimer & KelleDosierung und Verteilung des Aufgusswassers★★★★
Aufguss-Öl/SetDuft und therapeutische Wirkung★★★★
AufgusstechnikWie gleichmäßig das Wasser verteilt wird★★★★
KabinengrößeWie sich der Dampf verteilt★★★

Budget-Empfehlung für das perfekte Aufguss-Setup:

Zuletzt geprüft am: 22. Februar 2026

Häufige Fragen

Welche Saunasteine sind die besten?

Olivin-Diabas ist der Standard für 80% aller Saunen — gute Wärmespeicherung, hohe Temperaturbeständigkeit, fairer Preis (15-25€/20 kg). Für Premium-Öfen mit großer Steinmasse: Vulkanit (25-40€/20 kg). Für maximale Dampfqualität: Speckstein (35-60€/20 kg). → Alle Steinarten im Vergleich

Wie oft muss man Saunasteine wechseln?

Bei 2-3 Saunagängen pro Woche: Olivin-Diabas alle 1-3 Jahre, Vulkanit alle 3-5 Jahre, Speckstein alle 5-10 Jahre. Zeichen für den Wechsel: Steine zerfallen, tiefe Risse, steigende Aufheizzeit oder nachlassende Dampfqualität. Einmal jährlich umschichten und gebrochene Steine aussortieren. → Wechsel-Intervalle

Wie viel kg Saunasteine brauche ich?

Steht in der Ofenanleitung. Faustformel: 3-4 kg pro kW Ofenleistung. 3-6 kW Ofen: 10-20 kg. 6-9 kW: 20-30 kg. 9+ kW: 30-50 kg. Tower-Öfen: bis 200 kg. Nie mehr und nie weniger als der Hersteller empfiehlt. → Mengen-Tabelle

Kann man Steine aus der Natur verwenden?

Nein — Explosionsgefahr. Natursteine können eingeschlossene Feuchtigkeit enthalten, die bei 300-500°C als Dampf den Stein sprengt. Dazu kommen unbekannte Schadstoff-Einschlüsse und unbekannte Hitzebeständigkeit. 15-25€ für zertifizierte Steine sind die beste Investition in deine Sicherheit. → Warum Natursteine gefährlich sind

Wie schichtet man Saunasteine richtig?

Große Steine (10-15 cm) unten locker zwischen die Heizelemente — mit Luftspalten, Heizstäbe nicht einklemmen. Mittlere Steine (5-10 cm) darüber. Kleine (3-5 cm) ganz oben. Nie dicht packen — die Luft muss zirkulieren. Steine sollen ca. 2-3 cm über den Ofenrand ragen. → Schritt-für-Schritt-Anleitung

Welche Steingröße ist optimal?

Gemischte Größen sind ideal: 5-10 cm Durchmesser für Elektroöfen, 10-15 cm für Holzöfen. Unter 3 cm: fällt durch den Rost. Über 15 cm: zu wenig Oberfläche. Ideal: große Steine unten (Wärmespeicher), kleine oben (Dampfqualität). → Größen-Guide

Machen teure Steine einen Unterschied?

Ja, aber subtil. Premium-Steine (Vulkanit 30€, Speckstein 50€ pro 20 kg) speichern Wärme gleichmäßiger, halten 2-3x länger und erzeugen feineren Dampf als Budget-Olivin (15€). Bei täglicher Nutzung lohnt sich das Upgrade. Bei 1x pro Woche: Standard-Olivin-Diabas reicht. Die Schichtung beeinflusst den Dampf mehr als die Steinsorte. → Dampfqualität erklärt

Alexander Krüger
Alexander Krüger — Sauna-Enthusiast und Gründer von SaunaMagie. Von Olivin-Diabas bis Speckstein — ich analysiere Saunasteine und Zubehör ehrlich und herstellerunabhängig. 🔥

Quellen & Methodik

  1. Suomen Sauna-Seura (Finnish Sauna Society): Sauna Stone Safety Guidelines, 2023 (sauna.fi)
  2. Harvia Oyj: Saunastone Care & Maintenance Manual, 2025 (harvia.com)
  3. EOS Saunatechnik: Technisches Datenblatt Saunasteine, 2024 (eos-sauna.com)
  4. Geologischer Dienst Finnland (GTK): Petrographic Analysis of Sauna Stones, 2022 (gtk.fi)
  5. Tulikivi Oyj: Speckstein-Eigenschaften und Wärmespeicherung (tulikivi.com)