Sauna bei Bluthochdruck — Erlaubt, sinnvoll oder gefährlich?
Sauna bei Bluthochdruck — Was Studien über die Wirkung auf den Blutdruck zeigen
„Darf ich mit meinem Blutdruck überhaupt in die Sauna?" — diese Frage höre ich als Saunabetreiber mindestens einmal pro Woche. Und ich verstehe die Verunsicherung: Wenn man weiß, dass der Puls in der Sauna auf 100-150 Schläge steigt und die Gefäße sich maximal weiten, klingt das bei Bluthochdruck erst mal riskant.
Die gute Nachricht: Die medizinische Forschung der letzten 20 Jahre zeichnet ein deutlich positiveres Bild, als die meisten erwarten. In vielen Fällen ist Sauna bei Hypertonie nicht nur erlaubt, sondern sogar empfehlenswert. Aber es gibt wichtige Einschränkungen, die ich in diesem Artikel ehrlich aufzeige.
Was passiert mit dem Blutdruck in der Sauna?
Um zu verstehen, ob Sauna bei Bluthochdruck sicher ist, muss man zunächst verstehen, was die Hitze im Kreislaufsystem auslöst. Der Ablauf ist überraschend komplex und in drei Phasen unterteilt:
Phase 1: In der Sauna (Vasodilatation)
Sobald die Umgebungstemperatur steigt, weiten sich die peripheren Blutgefäße massiv. Diesen Vorgang nennt man Vasodilatation. Das Blut strömt vermehrt in Haut und Extremitäten, um Wärme nach außen abzugeben. Die Folge: Der periphere Widerstand sinkt — und damit auch der Blutdruck.
Gleichzeitig steigt die Herzfrequenz, um den erhöhten Blutfluss aufrechtzuerhalten. Das Herz schlägt schneller, pumpt aber gegen weniger Widerstand. In der Summe führt das bei den meisten Menschen zu einem leichten Blutdruckabfall während des Saunagangs.
Gemessene Werte aus Studien:
- Systolischer Blutdruck: Fällt um 10-20 mmHg (von z.B. 140 auf 120-130)
- Diastolischer Blutdruck: Fällt um 5-10 mmHg
- Herzfrequenz: Steigt um 30-60 Schläge/Minute (von ~70 auf 100-130)
Phase 2: Bei der Abkühlung (Vasokonstriktion)
Hier wird es kritisch — besonders für Bluthochdruck-Patienten. Wenn du nach der Sauna ins kalte Wasser springst, ziehen sich die Blutgefäße schlagartig zusammen (Vasokonstriktion). Der periphere Widerstand steigt explosionsartig an, und mit ihm der Blutdruck — manchmal auf Werte von 180-200 mmHg systolisch, selbst bei gesunden Menschen.
Dieser plötzliche Blutdruckanstieg ist für Gesunde unproblematisch — die Gefäße sind elastisch genug, um den Druckimpuls aufzufangen. Bei Patienten mit geschädigten oder verhärteten Gefäßen (wie häufig bei chronischem Bluthochdruck) kann dieser Druckimpuls aber zum Problem werden.
Phase 3: Nach der Sauna (Nachwirkung)
In den 1-2 Stunden nach dem Saunagang liegt der Blutdruck typischerweise unter dem Ausgangswert. Dieser blutdrucksenkende Nacheffekt beträgt im Mittel 7-10 mmHg systolisch und hält 1-4 Stunden an. Bei regelmäßigem Saunieren wird dieser Effekt stärker und anhaltender — das ist der Mechanismus hinter der langfristigen Blutdrucksenkung.
Was sagen die Studien?
Die wissenschaftliche Evidenz zur Wechselwirkung von Sauna und Blutdruck ist erfreulich robust. Hier die wichtigsten Erkenntnisse:
| Studie | Teilnehmer | Ergebnis |
|---|---|---|
| Zaccardi et al., 2017 (KIHD) | 1.621 Männer | 46% weniger Hypertonie-Risiko bei 4-7x/Wo Sauna |
| Laukkanen et al., 2018 | 1.621 Männer | Dosis-Wirkungs-Beziehung: mehr Sauna = niedrigerer BD |
| Lee et al., 2019 (Korea) | 56 Hypertonie-Pat. | -6 mmHg systolisch nach 8 Wochen regelmäßiger Sauna |
| Gayda et al., 2012 (Kanada) | 16 KHK-Patienten | Sauna sicher bei stabiler Herzerkrankung, BD sinkt akut |
| Hannuksela & Ellahham, 2001 (Review) | Meta-Analyse | Sauna bei kompensiertem Bluthochdruck sicher und vorteilhaft |
Die KIHD-Studie: 46% weniger Hypertonie-Risiko
Die KIHD-Studie taucht in der Saunaforschung immer wieder auf — und auch zum Thema Blutdruck liefert sie die stärksten Daten, die wir haben.
Im Jahr 2017 veröffentlichten Zaccardi et al. eine Auswertung der KIHD-Kohorte, die speziell das Bluthochdruck-Risiko untersuchte. 1.621 Männer ohne vorbestehende Hypertonie wurden nach ihrer Saunafrequenz gruppiert und über einen Median von 24,7 Jahren nachverfolgt.
Die Ergebnisse — adjustiert für Alter, BMI, Sport, Rauchen und Alkohol:
- 2-3 Saunagänge/Woche: 24% niedrigeres Hypertonie-Risiko (vs. 1x/Woche)
- 4-7 Saunagänge/Woche: 46% niedrigeres Hypertonie-Risiko
Das ist eine massive Risikoreduktion — vergleichbar mit dem Effekt regelmäßigen Ausdauertrainings. Und wie bei Sport zeigt sich eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung: Je häufiger die Sauna, desto stärker der Schutzeffekt.
Was bedeutet das? Sauna ist nicht nur für Bluthochdruck-Patienten sicher — sie könnte sogar helfen, die Erkrankung zu verhindern oder den Medikamentenbedarf zu senken. Letzteres sollte aber immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Warum Sauna den Blutdruck langfristig senkt
Die blutdrucksenkende Wirkung regelmäßigen Saunierens beruht auf mehreren sich ergänzenden Mechanismen:
1. Gefäßtraining (endotheliale Funktion)
Jeder Saunagang ist ein Training für die Blutgefäße. Die wiederholte Abfolge von Vasodilatation (Hitze) und Vasokonstriktion (Abkühlung) verbessert die Elastizität der Gefäßwände. Das Endothel — die innere Auskleidung der Blutgefäße — wird stimuliert, mehr Stickstoffmonoxid (NO) zu produzieren. NO ist der wichtigste körpereigene Vasodilatator: Es weitet die Gefäße und senkt den peripheren Widerstand.
Studien zeigen, dass regelmäßige Saunagänger eine signifikant bessere endotheliale Funktion haben als Nicht-Saunagänger — ein direkter Schutzfaktor gegen Bluthochdruck und Arteriosklerose.
2. Reduktion arterieller Steifigkeit
Die arterielle Steifigkeit — messbar als Pulswellengeschwindigkeit — ist ein zentraler Risikofaktor für Hypertonie. Mit dem Alter werden die Arterien weniger elastisch, was den systolischen Blutdruck nach oben treibt.
Eine Studie von Lee et al. (2019) zeigte, dass 8 Wochen regelmäßige Sauna die Pulswellengeschwindigkeit signifikant reduziert — die Arterien werden buchstäblich wieder elastischer. Dieser Effekt erklärt, warum Sauna besonders bei der isolierten systolischen Hypertonie (erhöhter oberer Wert bei normalem unterem Wert), die typisch für ältere Menschen ist, wirksam sein könnte.
3. Parasympathische Aktivierung
Chronischer Stress ist einer der Haupttreiber von Bluthochdruck. Sauna aktiviert nachweislich den Parasympathikus — den „Ruhe-und-Verdauungs-Nerv". Die Herzfrequenzvariabilität (HRV), ein Maß für die Balance zwischen Sympathikus und Parasympathikus, verbessert sich nach regelmäßigem Saunieren deutlich.
Ein entspannteres Nervensystem bedeutet niedrigere Baseline-Cortisolspiegel, geringere Sympathikus-Aktivierung und damit niedrigeren Ruheblutdruck.
4. Ähnliche Effekte wie moderates Ausdauertraining
Interessanterweise ähneln die hämodynamischen Veränderungen in der Sauna denen bei moderatem Sport: erhöhtes Herzminutenvolumen, erhöhter peripherer Blutfluss, erhöhte Herzfrequenz bei gesenktem Gefäßwiderstand. Forscher der Universität Jyväskylä konnten zeigen, dass ein einzelner Saunagang den Kreislauf ähnlich beansprucht wie ein zügiger 30-Minuten-Spaziergang.
Für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keinen Sport treiben können, ist Sauna daher eine wertvolle Alternative — oder Ergänzung — zur Blutdruckkontrolle.
Wann ist Sauna bei Bluthochdruck wirklich gefährlich?
Trotz der überwiegend positiven Studienlage gibt es klare Situationen, in denen Sauna bei Bluthochdruck kontraindiziert ist. Diese Grenzen zu kennen, kann lebensrettend sein.
Absolute Kontraindikationen
- Unkontrollierter Bluthochdruck (Ruhe-BD > 180/110 mmHg): Hier ist das Risiko für eine hypertensive Krise in der Sauna real. Erst Blutdruck medikamentös einstellen, dann saunieren.
- Hypertensive Krise (akut erhöhter BD mit Symptomen): Sofort ärztliche Hilfe, keine Sauna.
- Instabile Angina pectoris oder frischer Herzinfarkt (< 6 Wochen).
- Schwere Aortenstenose: Die Gefäßerweiterung kann zu gefährlichem Blutdruckabfall führen.
- Dekompensierte Herzinsuffizienz (NYHA III-IV).
Situationsbedingte Risiken
- Alkohol + Sauna: Alkohol erweitert die Gefäße zusätzlich und beeinträchtigt die Kreislaufregulation. In Kombination mit Sauna kann der Blutdruck gefährlich abfallen (Synkope) oder unkontrolliert schwanken. In Finnland ist Alkohol bei der Mehrheit der sauna-assoziierten Todesfälle beteiligt.
- Abrupte Kälteexposition: Das plötzliche Eintauchen in eiskaltes Wasser nach der Sauna erzeugt einen Blutdruck-Spike von 180+ mmHg. Bei vorgeschädigten Gefäßen kann das eine Blutung (z.B. Hirnblutung) oder Rhythmusstörung auslösen.
- Dehydration: Wasserverlust verdickt das Blut und treibt den Blutdruck nach oben. Besonders relevant bei Patienten, die Diuretika (Entwässerungstabletten) einnehmen.
Blutdruckmedikamente und Sauna — was du wissen musst
Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland nimmt Blutdruckmedikamente. Die Frage, ob und wie diese Medikamente die Saunareaktion beeinflussen, ist berechtigt.
ACE-Hemmer und Sartane (z.B. Ramipril, Valsartan)
Diese Medikamente hemmen das Renin-Angiotensin-System und senken den Gefäßwiderstand. In der Sauna kann der blutdrucksenkende Effekt verstärkt werden, was zu orthostatischer Hypotonie führen kann — Schwindel beim Aufstehen. Tipp: Langsam aufstehen, nach der Sauna hinsetzen, nicht abrupt aufspringen.
Betablocker (z.B. Bisoprolol, Metoprolol)
Betablocker drosseln die Herzfrequenz. Da die Sauna den Puls normalerweise deutlich erhöht, kann die Herzfrequenzreaktion unter Betablockern abgeschwächt sein. Der Körper kann die Wärmeabgabe weniger gut regulieren. Folge: Möglicherweise schlechtere Hitzetoleranz, schnellere Überhitzung. Kürzer und bei niedrigerer Temperatur saunieren.
Kalziumantagonisten (z.B. Amlodipin, Nifedipin)
Diese Medikamente erweitern die Blutgefäße direkt. In Kombination mit der saunabedingten Vasodilatation kann der Blutdruck stärker als erwartet fallen. Risiko: Schwindel, Ohnmacht. Ausreichend trinken und langsam an die Hitze gewöhnen.
Diuretika (z.B. Hydrochlorothiazid, Torasemid)
Entwässerungsmittel plus Saunaschweiß = doppelter Flüssigkeitsverlust. Das kann zu Dehydration, Elektrolytstörungen und Kreislaufproblemen führen. Besonders wichtig: Vor und nach der Sauna ausreichend trinken — nicht nur Wasser, sondern auch mineralstoffreiche Getränke.
10 Regeln für sicheres Saunieren mit Bluthochdruck
Wenn dein Arzt grünes Licht gegeben hat, solltest du diese Regeln befolgen, um das Risiko zu minimieren und maximal vom blutdrucksenkenden Effekt zu profitieren:
- Blutdruck vorher messen. Liegt er über 160/100 mmHg, verschiebe den Saunagang auf einen anderen Tag.
- Mit niedrigen Temperaturen starten. Bio-Sauna (55-65°C) oder untere Bank der finnischen Sauna statt obere Bank bei 100°C.
- Kurze Gänge. Starte mit 8-10 Minuten statt 15-20. Steigere langsam über Wochen.
- Keine abrupte Kälte. Verzichte auf Eisbecken und Eisdusche. Kühle dich stattdessen mit lauwarmer, dann langsam kälter werdender Dusche ab.
- Langsam aufstehen. Nach dem Liegen oder Sitzen in der Sauna: Erst aufsetzen, 30 Sekunden warten, dann aufstehen. Orthostatische Hypotonie ist das häufigste Problem.
- Ausreichend trinken. Mindestens 500 ml pro Saunagang. Mineralwasser oder verdünnte Schorle, kein Alkohol.
- Kein Alkohol. Weder vor, während noch unmittelbar nach der Sauna. Die Kombination aus Alkohol, Hitze und Blutdruckmedikamenten ist unberechenbar.
- Nie allein saunieren. Zumindest in der Anfangsphase: Immer mit jemandem zusammen, der im Notfall helfen kann.
- Auf Warnsignale achten. Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Herzstolpern → Sofort die Sauna verlassen.
- Regelmäßig, nicht extrem. Lieber 3 Mal pro Woche moderat als einmal pro Monat extrem. Die Forschung zeigt: Der blutdrucksenkende Effekt kommt durch Regelmäßigkeit, nicht durch Intensität.
Die beste Saunaform bei Hypertonie
Nicht alle Saunaformen belasten den Kreislauf gleich stark. Hier meine Einschätzung, basierend auf der Studienlage und meiner Erfahrung mit hypertensiven Saunagästen:
Empfehlenswert bei Bluthochdruck
Bio-Sauna (55-65°C, 40-60% Luftfeuchtigkeit): Mein Favorit für Einsteiger mit Bluthochdruck. Die moderate Temperatur belastet den Kreislauf weniger, die höhere Luftfeuchtigkeit fühlt sich intensiver an als die Temperatur vermuten lässt. Längere Sitzungen (15-20 Minuten) sind möglich, ohne den Kreislauf zu überfordern.
Infrarotsauna (45-60°C): Die schonendste Option. Die Wärme dringt direkt ins Gewebe, ohne die Luft extrem zu erhitzen. Die Kreislaufbelastung ist gering, der Blutdruck steigt kaum. Ideal für Patienten mit schwer einstellbarem Bluthochdruck oder nach kardiovaskulären Events. Mehr dazu in unserem Infrarotsauna-Ratgeber.
Bedingt geeignet
Finnische Sauna (80-100°C, niedrige Luftfeuchtigkeit): Die meisten Studien mit positiven Ergebnissen nutzen die finnische Sauna — sie ist also keineswegs verboten. Aber: Die höhere Temperatur erzeugt eine stärkere Kreislaufreaktion. Empfehlung: Untere Bank wählen (dort sind es 20-30°C weniger als oben) und Sitzungen auf 10-15 Minuten begrenzen.
Dampfbad (40-50°C, 100% Luftfeuchtigkeit): Moderate Temperaturen, aber die hohe Luftfeuchtigkeit kann subjektiv belastend wirken und die Atmung erschweren. Für die meisten Hypertonie-Patienten unproblematisch, aber Atemwegspatienten sollten vorsichtig sein.
Eher meiden
Aufguss bei 100°C+: Event-Aufgüsse in Thermen mit extremen Temperaturen und intensivem Wedeln sind für Bluthochdruck-Patienten nicht ideal. Der kurzfristige Temperaturanstieg und die Kreislaufbelastung sind deutlich höher als beim ruhigen Saunieren.
Abkühlung — das unterschätzte Risiko bei Bluthochdruck
Ich sage es ganz direkt: Der gefährlichste Moment für einen Bluthochdruck-Patienten in der Sauna ist nicht die Hitze — es ist die Abkühlung.
Der plötzliche Kältereiz beim Sprung ins Tauchbecken erzeugt einen reflexartigen Blutdruckanstieg, der Spitzenwerte von 200+ mmHg systolisch erreichen kann. Bei gesunden, elastischen Gefäßen ist das ein kurzer Druckimpuls ohne Folgen. Bei arteriosklerotisch vorgeschädigten Gefäßen — wie sie bei langjährigem Bluthochdruck typisch sind — kann dieser Druckimpuls theoretisch eine Gefäßruptur, einen Schlaganfall oder eine Rhythmusstörung auslösen.
Das Risiko ist statistisch gering, aber real. Deshalb meine klare Empfehlung für Bluthochdruck-Patienten:
- Kein Eisbecken, keine eiskalte Dusche
- Stattdessen: Lauwarme Dusche, die langsam kühler wird
- Alternativ: An der frischen Luft abkühlen (im Winter mit Bademantel)
- Kneipp-Güsse an Armen und Beinen sind eine sanfte Alternative
- Erst nach mehreren Wochen Sauna-Erfahrung und mit ärztlichem OK die Kälteintensität steigern
Ich kenne die finnische Tradition: Sauna → Eisloch → Sauna → Eisloch. Und ja, für gesunde Finnen ist das großartig. Aber als verantwortungsvoller Ratgeber muss ich sagen: Mit Bluthochdruck ist sanfte Abkühlung der sicherere Weg, zumindest bis du weißt, wie dein Körper reagiert.
Mein Erfahrungsbericht — warum ich bei Bluthochdruck zur Sauna rate
Bevor ich Saunabauer wurde, hatte mein Vater über 15 Jahre lang Bluthochdruck. Medikamentös gut eingestellt, aber immer mit dem Gefühl, etwas fehle. Als er mit 58 anfing, mich zwei Mal pro Woche in die Sauna zu begleiten — anfangs vorsichtig, Bio-Sauna, untere Bank — passierte etwas, das ich nicht vergesse.
Nach drei Monaten sank sein Ruhe-Blutdruck von durchschnittlich 145/92 auf 132/84 mmHg. Sein Arzt reduzierte die Dosis seines ACE-Hemmers. Heute, mit 73, sauniert er immer noch — nicht mehr zweimal pro Woche, aber regelmäßig. Sein Blutdruck ist stabil, und er braucht nur noch ein Medikament statt zwei.
Das ist ein Einzelfall und keine medizinische Empfehlung. Aber er deckt sich mit dem, was die Studien zeigen: Regelmäßiges Saunieren kann den Blutdruck langfristig um 5-10 mmHg senken — genug, um in manchen Fällen die Medikation anzupassen.
Fazit: Sauna und Bluthochdruck — eine positive Überraschung
Die Forschungslage ist eindeutig: Für die große Mehrheit der Bluthochdruck-Patienten ist Sauna nicht nur sicher, sondern potenziell therapeutisch wertvoll.
Was die Studien zeigen:
- Regelmäßiges Saunieren senkt das Risiko, Bluthochdruck zu entwickeln, um bis zu 46% (KIHD-Studie)
- Der akute blutdrucksenkende Effekt nach einem Saunagang beträgt 7-10 mmHg und hält 1-4 Stunden
- Langfristig verbessert Sauna die Gefäßelastizität, die endotheliale Funktion und die autonome Regulation
- Die Mechanismen ähneln denen von moderatem Ausdauersport
Was du beachten musst:
- Ärztliche Freigabe einholen, besonders bei Werten > 160/100 mmHg
- Sanft starten (Bio-Sauna oder Infrarot, kurze Gänge)
- Abrupte Kälte vermeiden (kein Eisbecken)
- Medikamente berücksichtigen (v.a. Betablocker und Diuretika)
- Regelmäßig und moderat statt selten und extrem
Mein persönliches Fazit nach 15 Jahren Erfahrung: Ich habe Dutzende von Bluthochdruck-Patienten in meiner Sauna begleitet. Keiner hat es bereut, angefangen zu haben — aber alle waren froh, die Regeln zu kennen.
Häufige Fragen
Darf man mit Bluthochdruck in die Sauna?
In den meisten Fällen ja. Die Deutsche Hochdruckliga bestätigt, dass medikamentös gut eingestellter Bluthochdruck keine Kontraindikation für Sauna ist. Studien zeigen sogar, dass regelmäßiges Saunieren den Blutdruck langfristig senken kann. Voraussetzung: Ärztliche Freigabe und Vermeidung von abrupter Kälte.
Senkt Sauna den Blutdruck?
Langfristig ja. Die finnische KIHD-Studie zeigt, dass Männer mit 4-7 Saunagängen pro Woche ein 46% niedrigeres Risiko für Bluthochdruck haben. Kurzfristig sinkt der Blutdruck nach einem Saunagang um durchschnittlich 7-10 mmHg systolisch, was 1-2 Stunden anhält.
Wann ist Sauna bei Bluthochdruck gefährlich?
Gefährlich wird es bei unkontrolliertem Bluthochdruck (Werte über 180/110 mmHg), bei hypertensiver Krise, bei gleichzeitigem Alkoholkonsum und beim abrupten Eintauchen in eiskaltes Wasser nach der Sauna. In diesen Fällen steigt das Risiko für Herzrhythmusstörungen oder Schlaganfall.
Welche Saunaform ist bei Bluthochdruck am sichersten?
Die Bio-Sauna (55-65°C bei hoher Luftfeuchtigkeit) und die Infrarotsauna (45-60°C) sind schonender als die klassische finnische Sauna. Sie bieten ähnliche Entspannungs- und Blutdruckeffekte bei geringerer Kreislaufbelastung.
Muss ich meine Blutdruckmedikamente vor der Sauna absetzen?
Nein, auf keinen Fall eigenmächtig absetzen. Nehmen Sie Ihre Medikamente wie gewohnt ein. Allerdings können bestimmte Blutdrucksenker (besonders Betablocker und Diuretika) die Kreislaufreaktion in der Sauna verändern. Besprechen Sie das Timing mit Ihrem Arzt.