Saunahaus für den Garten — Modelle, Kosten & Baugenehmigung 2026
Ein hochwertiges Saunahaus wird zum architektonischen Highlight im Garten — und steigert den Immobilienwert.
Wer eine eigene Sauna im Garten plant, steht früher oder später vor der Entscheidung: Fasssauna, Elementsauna oder ein vollwertiges Saunahaus? Ich habe mich vor drei Jahren für ein Saunahaus entschieden — und würde es jederzeit wieder tun. Der Komfort, die Isolierung und das Raumgefühl sind einer Fasssauna schlicht überlegen.
In diesem Ratgeber analysiere ich die verschiedenen Saunahaus-Typen, vergleiche die wichtigsten Hersteller und rechne die tatsächlichen Gesamtkosten vor. Außerdem erfährst du, wann du eine Baugenehmigung brauchst und welches Fundament dein Saunahaus braucht.
Eines vorweg: Ein Saunahaus ist eine Investition, die sich über Jahre auszahlt. Die laufenden Kosten liegen bei 2-4€ pro Saunagang — günstiger als jeder Thermenbesuch. Und der Immobilienwert? Steigt laut Maklern um 5.000-15.000€.1
Saunahaus-Typen im Überblick
Saunahaus ist nicht gleich Saunahaus. Je nach Bauweise, Größe und Ausstattung unterscheiden sich die Modelle erheblich. Hier die wichtigsten Typen:
Klassisches Saunahaus (Blockbohle)
Die traditionelle Variante besteht aus massiven Blockbohlen (38-70 mm stark), die ineinander verzahnt werden. Typisches Satteldach, rustikale Optik. Die Wandstärke bestimmt die Isolierleistung: Unter 40 mm ist für den Winter eigentlich zu dünn — ich empfehle mindestens 44 mm, besser 58-70 mm.
Hersteller wie Karibu, Woodfeeling und Wolff Finnhaus bieten klassische Saunahäuser als Bausatz ab 3.000€ an. Der Aufbau dauert zu zweit 1-2 Tage.
Saunahaus mit Vorraum
Die Komfort-Variante: Ein Vorraum dient als Umkleide, Ruheraum und Schleuse gegen Kälte. In der Praxis ist der Vorraum Gold wert — besonders im Winter willst du nicht direkt aus der 80°C-Sauna in den Schnee treten (es sei denn, das ist Teil deines Rituals).
Saunahäuser mit Vorraum starten ab 4.500€ und bieten typischerweise 2-3 m² zusätzliche Fläche. Mein Tipp: Lieber ein etwas kleineres Saunahaus mit Vorraum als ein großes ohne.
Design-Saunahaus mit Glasfront
Moderne Saunahäuser setzen auf große Glasfronten, Flachdach und klare Linien. Die Verglasung ist dabei thermisch isoliert (Doppel- oder Dreifachverglasung) und bietet freien Blick in den Garten — oder bei Dunkelheit einen stimmungsvollen Lichteffekt nach außen.
Design-Modelle sind die teuerste Kategorie: ab 8.000€ für einfache Glasfront-Varianten, Premium ab 15.000€. Hersteller wie EOS, Röger und Klafs bedienen dieses Segment.
Multifunktions-Saunahaus
Einige Saunahäuser kombinieren Sauna, Ruheraum und sogar eine kleine Terrasse oder Duschbereich unter einem Dach. Diese Modelle brauchen entsprechend Platz (ab 10 m² Grundfläche) und ein solides Fundament.
Für Familien oder regelmäßige Sauna-Abende mit Freunden ist ein Multifunktions-Saunahaus die sinnvollste Investition — wenn der Garten groß genug ist.
Saunahaus vs. Fasssauna vs. Elementsauna
Die drei häufigsten Gartensauna-Typen im direkten Vergleich:
| Kriterium | Saunahaus | Fasssauna | Elementsauna |
|---|---|---|---|
| Preis (ab) | 3.000-4.000€ | 1.500-2.000€ | 1.200-1.800€ |
| Aufheizzeit | 35-50 Min. | 20-30 Min. | 30-45 Min. |
| Isolierung | Sehr gut (44-70 mm) | Mäßig (rund, keine Dämmung) | Gut (mit Sandwichpaneel) |
| Stehhöhe | Ja (200-220 cm) | Nein (gebückt) | Ja |
| Platzbedarf | 6-15 m² | 3-6 m² | 4-8 m² |
| Vorraum möglich | Ja | Nein | Selten |
| Lebensdauer | 15-25 Jahre | 10-15 Jahre | 10-20 Jahre |
| Optik | Gartenhaus-Stil | Rustikal-finnisch | Modern-funktional |
| Aufbau | 1-2 Tage | 2-4 Stunden | 0,5-1 Tag |
| Wiederverkaufswert | Hoch | Mittel | Niedrig |
Meine Einschätzung: Für gelegentliche Nutzung (1-2x/Woche) reicht eine Fasssauna völlig aus. Wer aber 3-4x pro Woche sauniert, zu zweit oder mit Familie, und Wert auf Komfort legt — der wird mit einem Saunahaus langfristig glücklicher. Die höheren Anschaffungskosten relativieren sich über die Lebensdauer.
Die wichtigsten Saunahaus-Hersteller 2026
Der deutsche Markt für Garten-Saunahäuser wird von einigen etablierten Herstellern dominiert. Hier meine Einschätzung nach intensiver Analyse:
Karibu (Woodfeeling)
Karibu ist der Marktführer im Einstiegs- und Mittelsegment. Die Saunahäuser kommen als Bausatz mit vormontierten Wandelementen — der Aufbau ist auch für handwerklich Begabte machbar. Wandstärken von 38-68 mm. Preisspanne: 2.800-7.000€.
Stärken: Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, breite Modellpalette, verfügbar bei Amazon und Baumarkt-Ketten.
Schwächen: Dünnere Wandstärken bei günstigen Modellen, Standardoptik, Ofen meist nicht inklusive.
Wolff Finnhaus
Traditionsmarke mit skandinavischem Fokus. Wolff Finnhaus bietet massive Blockbohlenhäuser mit 40-70 mm Wandstärke. Die Verarbeitung ist einen Tick besser als bei Karibu, der Aufpreis hält sich in Grenzen. Preisspanne: 3.500-9.000€.
Stärken: Solide Qualität, gute Isolierung, durchdachte Details.
Schwächen: Teils lange Lieferzeiten, Amazon-Verfügbarkeit schwankend.
Röger Sauna
Premium-Hersteller aus Franken. Röger baut individuell konfigurierbare Saunahäuser mit hochwertigen Materialien — Thermoholz, Isolierverglasung, Harvia-Öfen. Preise starten ab 8.000€ und gehen bis weit über 20.000€.
Stärken: Exzellente Qualität, Made in Germany, individuelle Konfiguration.
Schwächen: Hoher Preis, lange Lieferzeiten (6-10 Wochen).
Palkkio
Finnischer Hersteller mit einem besonderen Konzept: Jede Sauna wird in Einzelteilen geliefert und vor Ort komplett aufgebaut — in 2-3 Tagen, auf praktisch jedem Gelände. Das ist besonders für Grundstücke mit schwierigem Zugang ein riesiger Vorteil.2
Stärken: Professioneller Vor-Ort-Aufbau, auch auf schwierigem Terrain, hochwertige finnische Qualität.
Schwächen: Höheres Preissegment (ab 14.000€), weniger Konfigurationsmöglichkeiten online.
Klafs
Der Rolls-Royce unter den Saunaherstellern. Klafs bedient das Luxussegment mit maßgefertigten Saunahäusern, die architektonisch in den Garten integriert werden. Preise: ab 15.000€ bis deutlich über 50.000€ — nach oben offen.
Stärken: Absolute Premium-Qualität, Design-Innovation, umfassender Service.
Schwächen: Für die meisten Budgets unrealistisch.
Was kostet ein Saunahaus wirklich?
Der Bausatz-Preis ist nur ein Teil der Gesamtkosten. Hier die vollständige Kalkulation:
| Posten | Budget | Mittelklasse | Premium |
|---|---|---|---|
| Saunahaus (Bausatz) | 3.000-4.000€ | 5.000-8.000€ | 10.000-20.000€ |
| Fundament | 300-500€ (Kies) | 500-1.000€ (Punkt) | 1.000-2.000€ (Platte) |
| Saunaofen | 300-500€ | 500-900€ | 900-2.000€ |
| Elektroanschluss | 400-600€ | 500-800€ | 600-1.200€ |
| Zubehör | 150-300€ | 300-600€ | 500-1.500€ |
| Dacheindeckung | 100-200€ | 200-400€ | 400-800€ |
| Holzschutz/Lasur | 50-100€ | 100-200€ | 150-300€ |
| Lieferung | 100-300€ | inkl./200€ | inkl. |
| ⬇️ Gesamt | 4.400-6.500€ | 7.100-11.900€ | 13.550-28.800€ |
Laufende Kosten: Bei einem 6-kW-Elektroofen und 3x Saunieren pro Woche zahlst du ca. 8-12€ monatlich an Strom (bei 0,35€/kWh). Holzöfen kosten je nach Beschaffung 2-5€ pro Saunagang. Dazu kommen Holzpflegemittel (1-2x jährlich, ca. 30-50€) und gelegentlich neue Saunasteine (alle 2-3 Jahre, ca. 20-40€).
Rechne ich das gegen einen wöchentlichen Thermenbesuch (15-25€ pro Person), hat sich ein Budget-Saunahaus nach 3-4 Jahren amortisiert — ein Mittelklasse-Modell nach 5-7 Jahren.
Baugenehmigung — wann nötig?
Die Baugenehmigungspflicht ist Ländersache. Hier ein Überblick der gängigen Regelungen (Stand 2026):
Genehmigungsfrei in den meisten Bundesländern
- Bis 10 m³ umbauter Raum (entspricht ca. 3-4 m² bei 2,5 m Höhe): Fast überall genehmigungsfrei
- Bayern, NRW, Hessen, Sachsen: Bis 75 m³ in vielen Fällen genehmigungsfrei (als Nebengebäude ohne Aufenthaltsraum)
- Brandenburg: Bis 75 m³ genehmigungsfrei im Innenbereich, 10 m³ im Außenbereich
- Niedersachsen: Bis 40 m³ genehmigungsfrei
Wichtig: „Genehmigungsfrei" bedeutet nicht „regelungsfrei". Auch ohne Baugenehmigung gelten:
- Grenzabstand: Mindestens 3 m zum Nachbargrundstück (in manchen Ländern weniger, wenn der Nachbar zustimmt)
- Bebauungsplan: Im B-Plan festgelegte Baugrenzen, Firsthöhen und Dachformen gelten immer
- Holzofen-Auflagen: Bei Holzöfen muss der Bezirksschornsteinfeger den Kamin abnehmen
- Brandschutz: Ausreichend Abstand zu brennbaren Materialien und Gebäuden
Mein Rat: Ein kurzer Anruf beim Bauamt dauert 10 Minuten und kann tausende Euro Ärger sparen. Die Sachbearbeiter sind in der Regel hilfsbereit und können dir sofort sagen, was an deinem Standort gilt. Im Zweifelsfall gibt es die Möglichkeit einer „Bauvoranfrage" — die kostet 50-100€ und gibt Planungssicherheit.3
Das richtige Fundament
Das Fundament ist die Basis für Langlebigkeit. Fehler hier rächen sich nach 2-3 Jahren durch schiefe Wände, klemmende Türen und Feuchtigkeitsschäden. Ich habe in meiner Beratungspraxis schon Saunahäuser gesehen, die nach 5 Jahren entsorgt werden mussten — nur weil das Fundament falsch angelegt war.
Variante 1: Verdichteter Kies mit Gehwegplatten
Die einfachste und günstigste Lösung für kleine Saunahäuser (bis 6 m²). Aushub 20-30 cm, Unkrautvlies, 15-20 cm verdichteter Schotter (Körnung 0/32), darauf Gehwegplatten (50×50 cm oder 40×40 cm). Kosten: 300-500€ bei Eigenleistung.
Vorteil: Schnell gebaut (1 Tag), gut drainiert, keine Trocknungszeit.
Nachteil: Kann bei schwerem Boden absacken, nicht für große Saunahäuser geeignet.
Variante 2: Punktfundament
Betonsäulen (30×30 cm) in 80 cm Tiefe (frostfrei), darauf Fundamentbalken. Sehr stabil, guter Frost-Schutz, und das Saunahaus „schwebt" über dem Boden — ideal für die Belüftung der Unterkonstruktion.
Vorteil: Frostsicher, gute Belüftung, stabil.
Nachteil: Mehr Aufwand (Löcher bohren/graben), teurer (500-1.000€).
Variante 3: Betonplatte
Die professionelle Lösung für große Saunahäuser (ab 8 m²) oder schwierige Bodenverhältnisse. 15-20 cm Beton auf 20 cm Schotter, mit Armierung. Die Platte muss absolut eben sein und eine leichte Neigung (1-2%) nach außen für den Wasserablauf haben.
Vorteil: Maximale Stabilität, ideal für Multifunktions-Saunahäuser.
Nachteil: Teuer (1.000-2.000€), Trocknungszeit 2-3 Wochen, aufwändig zu entfernen.
Wandstärke & Isolierung
Die Wandstärke ist der entscheidende Faktor für die Energieeffizienz deines Saunahauses. Je dicker die Wand, desto besser hält sie die Wärme — und desto niedriger sind die Heizkosten langfristig.
| Wandstärke | Eignung | Aufheizzeit (80°C) | Winter-Tauglichkeit |
|---|---|---|---|
| 28-38 mm | Sommersauna | 25-35 Min. | ⚠️ Eingeschränkt |
| 40-44 mm | 3-Jahreszeiten | 30-40 Min. | ✅ Bis -5°C |
| 58-70 mm | Ganzjährig | 35-50 Min. | ✅ Bis -20°C |
| 70+ mm / gedämmt | Ganzjährig optimal | 30-45 Min. | ✅ Jede Temperatur |
Mein klarer Rat: Wähle mindestens 44 mm, besser 58 mm. Der Aufpreis zwischen 38 mm und 58 mm liegt bei vielen Herstellern nur bei 500-800€ — das hast du über die Lebensdauer durch niedrigeren Stromverbrauch locker wieder rein.
Zusätzlich zur Wandstärke ist das Dach der größte Wärmeverlust-Faktor. Viele Bausätze kommen mit dünner Dachschalung (19 mm). Eine zusätzliche Dachdämmung (40-60 mm Mineralwolle oder Holzfaser) kostet 100-200€ an Material und spart langfristig viel Energie.
Welches Holz für außen und innen?
Außen und innen gelten unterschiedliche Anforderungen. Außen muss das Holz Regen, UV-Strahlung und Frost aushalten — innen Hitze, Feuchtigkeit und Hautkontakt.
Außenwände
- Nordische Fichte: Standard, günstig, muss regelmäßig lasiert werden (alle 2-3 Jahre). Ohne Pflege vergraut das Holz — was manche als Patina schätzen.
- Thermokiefer / Thermofichte: Thermisch behandelt bei 180-230°C. Dadurch deutlich witterungsbeständiger, formstabiler und langlebiger. Braucht weniger Pflege. Aufpreis: ca. 30-50%.
- Sibirische Lärche: Natürlich harzig und witterungsbeständig. Schöne rotbraune Optik. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zwischen Fichte und Thermoholz.
- Rote Zeder (Western Red Cedar): Premium-Holz mit natürlicher Resistenz gegen Fäulnis und Insekten. Wunderbarer Duft. Teuer, aber nahezu wartungsfrei.
Innenverkleidung & Saunaliegen
- Espe (Aspen): Der Klassiker. Harzfrei, splitterfrei, angenehme helle Optik. Wird nicht unangenehm heiß.
- Erle: Ähnlich wie Espe, etwas rötlicher. Ebenfalls harzfrei und gut für Hautkontakt.
- Abachi: Tropisches Holz mit extrem niedriger Wärmeleitfähigkeit — wird kaum heiß. Ideal für Saunaliegen und Kopfstützen.
- Thermoesche: Dunkel, edel, sehr formstabil. Premium-Option für den Innenausbau.
Vorsicht bei Nadelhölzern innen: Kiefer und Fichte harzen bei hohen Temperaturen aus. Im Innenraum einer 80-100°C-Sauna sind sie daher nicht geeignet — Harzflecken auf der Haut sind unangenehm und hartnäckig.4
Ofen-Wahl: Elektro, Holz oder Bio?
Der Ofen ist das Herz jeder Sauna. Die Wahl hat direkte Auswirkungen auf Kosten, Komfort und — nicht zu unterschätzen — auf dein Sauna-Erlebnis.
Elektroofen
Der Standard für die meisten Gartensaunen. Einfach zu bedienen (Temperatur einstellen, fertig), kein Schornstein nötig, saubere Verbrennung. Für die meisten Saunahäuser (8-12 m³) reicht ein 6-9 kW Ofen.
230V vs. 400V: Öfen bis 3,6 kW laufen an normaler Haussteckdose (230V). Alles darüber braucht Starkstrom (400V) — was einen Elektriker erfordert (400-800€ für Verlegung und Anschluss). Mein Rat: Gleich 400V einplanen, auch wenn du mit einem kleinen Ofen startest.5
Empfohlene Marken: Harvia (finnischer Marktführer, exzellent), EOS (deutsche Qualität), Tylö (schwedisches Premium). Preisspanne: 300-1.200€.
Holzofen
Das authentischste Sauna-Erlebnis. Der Geruch von brennendem Holz, das Knistern der Flammen — für viele Sauna-Puristen ist ein Holzofen nicht verhandelbar. Kein Stromanschluss nötig, dafür Schornstein und regelmäßige Asche-Entsorgung.
Beachte: Ein Holzofen muss vom Bezirksschornsteinfeger abgenommen werden. Die Feinstaubverordnung (1. BImSchV) stellt Anforderungen an den Ofen und den Schornstein. Moderne Holz-Saunaöfen erfüllen diese Normen, aber der Einbau muss fachgerecht erfolgen.
Empfohlene Marken: Harvia (Serie 20), IKI (finnisch, massiv), Narvi (solide Mittelklasse). Preisspanne: 400-1.500€ plus Schornstein (200-500€).
Bio-Kombi-Ofen
Verbindet klassische Sauna mit Dampfbad-Funktion. Ein integrierter Verdampfer erzeugt auf Knopfdruck feuchte Hitze — ideal für alle, die zwischen finnisch-trockener und feucht-milder Sauna wechseln möchten. Aufpreis gegenüber reinem Elektroofen: 200-500€.
Saunahaus mit Vorraum — lohnt sich das?
Kurze Antwort: Ja, unbedingt. Lange Antwort:
Ein Vorraum erfüllt mehrere Funktionen gleichzeitig:
- Umkleide: Trockener, geschützter Platz zum An- und Ausziehen
- Ruheraum: Sitzgelegenheit für die Abkühlphasen zwischen den Saunagängen
- Kälteschleuse: Verhindert, dass kalte Luft direkt in die Sauna strömt (spart Energie)
- Stauraum: Platz für Handtücher, Aufgüsse, Getränke, Saunaeimer
Ohne Vorraum musst du im Winter den Weg ins Haus zurücklegen — nass, halbnackt, bei Minus-Graden. Das kann Teil des Erlebnisses sein, aber auf Dauer nervt es. Besonders wenn du Gäste hast, die nicht ganz so abgehärtet sind.
Der Aufpreis für einen Vorraum liegt bei 800-2.000€. Bei einer Nutzungsdauer von 15+ Jahren sind das 50-130€ pro Jahr — weniger als eine einzige Therme-Tageskarte.
Aufbau: Selber machen oder Fachfirma?
Eigenaufbau
Die meisten Saunahaus-Bausätze sind für den Selbstaufbau konzipiert. Blockbohlen werden ineinander gesteckt, Dachsparren aufgesetzt, Dachschalung vernagelt. Zu zweit ist das an einem Wochenende machbar — zu dritt noch schneller.
Voraussetzungen:
- Grundlegendes handwerkliches Geschick (Wasserwaage, Akkuschrauber, Hammer)
- Mindestens 2 Personen (die Dachsparren sind schwer)
- Fertiges Fundament
- Gutes Wetter (kein Aufbau bei Regen — Holz quillt)
Kostenersparnis: 500-2.000€ gegenüber professionellem Aufbau.
Professioneller Aufbau
Viele Händler bieten den Aufbau als Service an — typischerweise 500-1.500€ je nach Größe. Hersteller wie Palkkio liefern ihre Saunen komplett mit Aufbau-Team: Die Sauna wird in Einzelteilen angeliefert und in 2-3 Tagen vor Ort komplett aufgebaut. Das ist besonders bei schwierigem Gelände (kein Kranwagen-Zugang, Hanglage, enge Gartenwege) ein enormer Vorteil.
Meine Empfehlung: Wenn du handwerklich fit bist und einen Helfer hast — mach es selbst. Die Ersparnis ist real und der Stolz, die eigene Sauna aufgebaut zu haben, unbezahlbar. Bei Premium-Modellen oder komplizierten Situationen: Profis beauftragen.
Pflege & Wartung
Ein Saunahaus braucht regelmäßige Pflege — weniger als ein Auto, aber mehr als ein Gartenhaus. Hier der Jahresplan:
Außenpflege
- Frühjahr: Holz auf Risse und Verwitterung prüfen, Moos/Algen entfernen (Bürste + Wasser reicht meist), Dach auf Schäden prüfen
- Alle 2-3 Jahre: Holzschutzlasur erneuern (Sikkens, Osmo, Remmers). Nicht streichen bei Thermoholz — das braucht keine Lasur
- Dachrinne: Herbst-Laub entfernen, Ablauf prüfen
- Fundament: Drainage prüfen, Unkraut um die Basis entfernen
Innenpflege
- Nach jedem Saunagang: 10-15 Minuten bei offener Tür nachlüften (Restfeuchte abführen)
- Wöchentlich: Liegen und Wände mit feuchtem Tuch abwischen
- Monatlich: Saunasteine prüfen (gebrochene Steine ersetzen), Ofen reinigen
- Jährlich: Liegen leicht abschleifen (Schweiß und Aufguss-Reste entfernen), Holz-Öl (Paraffin-Saunaöl) auftragen
Tipp gegen Schimmel: Die häufigste Ursache für Schimmel in Gartensaunen ist mangelnde Belüftung nach dem Saunieren. Sorge dafür, dass dein Saunahaus eine Zuluft-Öffnung nahe dem Ofen und eine Abluft-Öffnung an der gegenüberliegenden Wand hat — idealerweise oben. Nach dem letzten Saunagang: Ofen aus, Tür auf, 15 Minuten lüften.
Häufige Fragen
Was kostet ein Saunahaus für den Garten?
Ein einfaches Saunahaus als Bausatz kostet ab 3.000-4.000€. Mittelklasse-Modelle mit Vorraum liegen bei 5.000-8.000€. Premium-Saunahäuser mit Glasfront, dicker Isolierung und hochwertigem Ofen starten ab 10.000€. Hinzu kommen Fundament (300-1.500€), Elektroanschluss (400-800€) und Zubehör (200-500€). Die Gesamtkosten liegen also bei 4.500-25.000€ je nach Anspruch.
Braucht man für ein Saunahaus eine Baugenehmigung?
In den meisten Bundesländern sind Saunahäuser bis 10 m³ umbauter Raum genehmigungsfrei. Größere Modelle können genehmigungspflichtig sein — die Grenzen variieren je nach Bundesland (10-75 m³). Grenzabstände zum Nachbarn (meist 3 m) und Vorgaben des Bebauungsplans gelten immer. Bei Holzöfen muss der Schornsteinfeger den Kamin abnehmen. Kurzer Anruf beim Bauamt klärt alles.
Welches Holz ist für ein Saunahaus am besten?
Außen: Thermoholz (Thermokiefer/-fichte) bietet das beste Verhältnis aus Haltbarkeit, Optik und Pflegeaufwand. Nordische Fichte ist der günstige Standard, braucht aber regelmäßige Lasur. Innen: Espe, Erle oder Abachi — harzfrei und angenehm bei Hautkontakt. Nadelhölzer (Fichte, Kiefer) sind innen wegen Harzaustritt bei hohen Temperaturen nicht empfehlenswert.
Saunahaus oder Fasssauna — was ist besser?
Fasssaunen sind günstiger (ab 1.500€), heizen schneller auf und brauchen weniger Platz. Saunahäuser bieten dafür mehr Komfort: Stehhöhe, optionaler Vorraum, bessere Isolierung und mehr Platz. Für regelmäßige Nutzung (3+ mal/Woche) und Familien ist ein Saunahaus die bessere Langzeit-Investition. Für gelegentliches Saunieren zu zweit reicht eine Fasssauna völlig.
Welches Fundament braucht ein Saunahaus?
Für kleine Saunahäuser (bis 6 m²): Verdichteter Kies mit Gehwegplatten (300-500€). Mittelgroße Modelle: Punktfundament mit Betonsäulen in 80 cm Tiefe (500-1.000€). Große Saunahäuser (ab 8 m²): Betonplatte mit Armierung (1.000-2.000€). Wichtig: Immer frostfrei gründen, absolut eben und mit leichter Neigung für Wasserablauf.