Gartensauna — Der komplette Ratgeber 2026
Gartensauna im Grünen — Übersicht über alle Typen und Modelle
Eine Sauna im eigenen Garten — für viele der Inbegriff von Lebensqualität. Kein Warten auf freie Kabinen, keine Öffnungszeiten, keine fremden Handtücher. Einfach rausgehen, aufheizen, schwitzen. Und danach unter dem Sternenhimmel abkühlen.
Aber der Weg zur eigenen Gartensauna wirft Fragen auf: Fasssauna oder Saunahaus? Holzofen oder Elektro? Brauche ich eine Baugenehmigung? Welches Fundament? Und was kostet der Spaß wirklich — inklusive aller Nebenkosten?
Als Schreinermeister, der seit über 12 Jahren Saunen baut und berät, kenne ich jede dieser Fragen. In diesem Pillar-Guide beantworte ich sie alle — ehrlich, praxisnah und mit konkreten Zahlen. Ohne Verkaufsgespräch, ohne Schönfärberei.
Gartensauna-Typen im Überblick
Bevor du dich in Details verlierst, hilft ein Überblick: Es gibt vier grundlegende Bauformen für Gartensaunen, und jede hat ihr ideales Einsatzszenario.
Fasssauna
Die zylindrische Form ist kein Designgag — sie hat handfeste Vorteile. Die runde Bauweise sorgt für effiziente Luftzirkulation, schnelles Aufheizen (30-40 Minuten) und minimalen Platzbedarf. Fasssaunen stehen auf Kufen oder Stützbalken und brauchen kein aufwändiges Fundament.
Ideal für: Kleine bis mittlere Gärten, Budgets von 1.500-8.000€, Menschen die schnell lossaunieren wollen.
Grenzen: Weniger Stehhöhe am Rand, kein Vorraum (bei Standardmodellen), weniger Isolierung als ein Saunahaus.
→ Unser kompletter Fasssauna-Ratgeber mit über 150 Artikeln
Saunahaus / Blockhaussauna
Das Saunahaus ist die Königsklasse der Gartensauna. Rechteckiger Grundriss, volle Stehhöhe, oft mit Vorraum (Umkleide/Ruhebereich), Fenstern und optional Terrasse. Die Wandstärke liegt typisch bei 40-70 mm Massivholz, teilweise mit zusätzlicher Isolierung.
Ideal für: Größere Gärten, Familien, wer Wert auf Komfort legt, Budgets ab 4.000€.
Grenzen: Braucht ein Fundament, längere Aufheizzeit (45-60 Minuten), höherer Platzbedarf.
Elementsauna (Outdoor-Kabine)
Vorgefertigte Wandelemente, die vor Ort zusammengesteckt werden. Prinzipiell die gleiche Technik wie Indoor-Saunakabinen, aber mit wetterfester Außenhaut und verstärkter Isolierung. Schnellster Aufbau (oft an einem Tag), aber weniger charmant als Massivholz.
Ideal für: Wer Aufbaugeschwindigkeit und Isolierleistung priorisiert. Budgets 3.000-10.000€.
DIY / Eigenbau
Für handwerklich Begabte die maximale Freiheit: Grundriss, Größe, Materialien — alles selbst bestimmen. Spart 30-50% gegenüber Fertigprodukten, kostet aber Zeit (100-300 Arbeitsstunden) und erfordert Fachwissen bei Elektrik, Brandschutz und Holzverarbeitung.
Ideal für: Handwerker mit Erfahrung, individuelle Grundrisse, Budgets ab 2.000€ (Material).
→ Detaillierter Guide: Gartensauna selber bauen
Fasssauna vs. Saunahaus — der ehrliche Vergleich
Die mit Abstand häufigste Frage, die mir gestellt wird. Hier der direkte Vergleich nach den Kriterien, die in der Praxis wirklich zählen:
| Kriterium | Fasssauna | Saunahaus |
|---|---|---|
| Preis | 1.500 - 8.000€ | 4.000 - 25.000€ |
| Aufheizzeit | 30-40 Min. | 45-60 Min. |
| Platzbedarf | 3-6 m² Stellfläche | 6-15 m² Stellfläche |
| Fundament | Kiesbett reicht | Punkt- oder Plattenfundament |
| Isolierung | Gering (Massivholz 38-45mm) | Gut (40-70mm + optional Dämmung) |
| Stehhöhe | Eingeschränkt am Rand | Volle Stehhöhe überall |
| Vorraum | Selten, Aufpreis | Oft integriert |
| Kapazität | 2-6 Personen | 2-8+ Personen |
| Energiekosten | Niedriger (kleineres Volumen) | Höher (größeres Volumen) |
| Lebensdauer | 10-20 Jahre (je nach Holz) | 20-30+ Jahre |
| Optik | Rustikal, nordisch | Modern bis traditionell |
| Mobilität | Versetzbar (mit Hilfe) | Fest installiert |
Meine Empfehlung: Für Einsteiger, kleine Gärten und Budgets unter 5.000€ ist die Fasssauna der smartere Einstieg. Du lernst, ob du wirklich regelmäßig saunierst, ohne eine fünfstellige Investition zu riskieren. Wer nach 1-2 Jahren weiß, dass die Gartensauna zum Alltag gehört, kann immer noch auf ein Saunahaus upgraden.
Was kostet eine Gartensauna wirklich?
Der Kaufpreis der Sauna ist nur ein Teil der Gesamtkosten. Viele Käufer unterschätzen die Nebenkosten — und erleben beim Elektriker oder Landschaftsbauer eine unangenehme Überraschung. Hier die ehrliche Vollkostenkalkulation:
Anschaffungskosten nach Typ
- Fasssauna (Bausatz, Fichte): 1.500 - 3.000€
- Fasssauna (fertig, Thermoholz, mit Ofen): 3.000 - 8.000€
- Saunahaus (Bausatz, 40mm): 3.000 - 6.000€
- Saunahaus (Premium, 70mm, Vorraum): 8.000 - 18.000€
- Elementsauna (outdoor-fähig): 4.000 - 12.000€
- Custom/Maßanfertigung: 12.000 - 35.000€+
Nebenkosten (oft vergessen!)
| Posten | Kostenrange | Anmerkung |
|---|---|---|
| Fundament | 300 - 2.500€ | Kiesbett günstig, Betonplatte teuer |
| Elektroanschluss (400V) | 400 - 1.200€ | Erdkabel + Elektriker-Stundensatz |
| Saunaofen (falls nicht inkl.) | 300 - 2.000€ | Elektro 300-800€, Holz 500-2.000€ |
| Schornstein (bei Holzofen) | 200 - 600€ | Edelstahl-Kaminrohr + Dachdurchführung |
| Schornsteinfeger-Abnahme | 80 - 150€ | Pflicht bei Holzofen |
| Lieferung | 100 - 500€ | Je nach Größe und Entfernung |
| Montage (falls nicht DIY) | 500 - 2.000€ | Abhängig von Komplexität |
| Zubehör (Grundausstattung) | 150 - 400€ | Steine, Eimer, Kelle, Thermometer |
| Holzschutz (Erstbehandlung) | 50 - 150€ | Außenanstrich, 1-2 Schichten |
Laufende Kosten
- Strom (Elektro-Ofen 6-9 kW): 2-4€ pro Saunagang (bei 0,35€/kWh, 1-1,5 Std. Aufheizen + Saunieren)
- Holz (Holzofen): 1-3€ pro Saunagang (ca. 5-10 kg Scheitholz)
- Holzpflege außen: 50-100€/Jahr (Öl oder Lasur, 1-2x jährlich)
- Schornsteinfeger (bei Holzofen): 40-80€/Jahr
Bei 2-3 Saunagängen pro Woche und Elektro-Ofen: ca. 400-600€ Stromkosten im Jahr. Das entspricht 15-20 Thermenbesuchen — die meisten Saunagänger gehen deutlich häufiger.
Baugenehmigung — Regeln nach Bundesland
Die Baugenehmigungspflicht für Gartensaunen ist in Deutschland Ländersache — und damit ein Flickenteppich. Hier die wichtigsten Regeln (Stand 2026):
Generelle Grundregeln
- Gartensaunen gelten baurechtlich als Nebenanlage oder Gartenhaus
- Entscheidend ist der umbaute Raum (Volumen, nicht Grundfläche)
- Im Außenbereich (außerhalb von Bebauungsplänen) gelten strengere Regeln
- Abstandsflächen zum Nachbargrundstück müssen eingehalten werden (i.d.R. 3 Meter)
- Bei Holzofen: Zusätzliche Auflagen durch Feuerungsverordnung und Schornsteinfeger
Freistellungsgrenze nach Bundesland
| Bundesland | Genehmigungsfrei bis | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 40 m³ | Im Innenbereich |
| Bayern | 75 m³ | Großzügigste Regelung |
| Berlin | 10 m³ | Streng, aber Fasssaunen passen meist |
| Brandenburg | 75 m³ | Wie Bayern |
| Bremen | 6 m² | Nach Grundfläche, nicht Volumen |
| Hamburg | 30 m³ | — |
| Hessen | 30 m³ | — |
| Mecklenburg-Vorpommern | 10 m³ | — |
| Niedersachsen | 40 m³ | Seit 2024 gelockert |
| NRW | 30 m³ | — |
| Rheinland-Pfalz | 50 m³ | — |
| Saarland | 10 m³ | — |
| Sachsen | 10 m³ | — |
| Sachsen-Anhalt | 10 m³ | — |
| Schleswig-Holstein | 30 m³ | — |
| Thüringen | 10 m³ | — |
Faustregel: Eine Standard-Fasssauna (2-4 Personen) hat ca. 4-8 m³ umbauten Raum — das ist in jedem Bundesland genehmigungsfrei. Ein größeres Saunahaus (3x4m, Wandhöhe 2,5m) kommt auf ca. 30 m³ — hier wird es in Berlin, Sachsen und einigen anderen Ländern genehmigungspflichtig.
→ Detaillierter Guide: Gartensauna Baugenehmigung nach Bundesland
Das richtige Fundament
Das Fundament wird oft unterschätzt — dabei entscheidet es über die Lebensdauer deiner Gartensauna. Feuchtigkeit von unten ist der größte Feind von Holz. Ein gutes Fundament hält die Sauna trocken, eben und stabil.
Option 1: Kiesbett mit Randsteinen
Geeignet für: Fasssaunen und leichte Saunahäuser
Kosten: 200-500€ (DIY) / 500-1.000€ (Profi)
Vorgehen: 20-30cm Erdreich ausheben, Unkrautvlies auslegen, 15-20cm Kies (Körnung 16/32) einfüllen und verdichten. Randsteine optional zur Begrenzung. Fasssauna-Kufen auf Betonplatten (30x30cm) stellen.
Option 2: Punktfundamente
Geeignet für: Saunahäuser bis 15 m²
Kosten: 400-1.000€ (DIY) / 800-1.500€ (Profi)
Vorgehen: 6-9 Löcher (30x30cm, 80cm tief = frostfrei) ausheben, mit Beton füllen, Pfostenträger einsetzen. Unterkonstruktion aus KVH-Balken darauf montieren. Belüftung zwischen Boden und Erdreich ist entscheidend.
Option 3: Betonplatte
Geeignet für: Große Saunahäuser, schwere Konstruktionen
Kosten: 1.500-3.000€ (Profi empfohlen)
Vorgehen: Schalung, Bewehrung, 15-20cm Beton. Gefälle von 1-2% nach außen für Wasserablauf einplanen. Dauerhafteste Lösung, aber auch die teuerste und aufwändigste.
Holzarten im Vergleich — was taugt für draußen?
Die Holzwahl beeinflusst Haltbarkeit, Optik, Preis und Pflegeaufwand deiner Gartensauna maßgeblich. Hier meine ehrliche Einschätzung der gängigsten Hölzer:
Für die Außenhülle
Nordische Fichte: Der Klassiker. Günstig, leicht zu verarbeiten, gute Isolierwerte. Aber: Ohne regelmäßige Behandlung (alle 1-2 Jahre streichen/ölen) verwittert sie schnell. Haltbarkeit außen: 10-15 Jahre mit Pflege.
Thermoholz (Thermo-Fichte/-Kiefer): Thermisch behandelt bei 190-215°C — das Holz wird formstabiler, resistenter gegen Feuchtigkeit und Pilze. Deutlich weniger Pflegeaufwand. Haltbarkeit: 15-25 Jahre. Mein Preis-Leistungs-Tipp für Gartensaunen.
Red Cedar (Rotzeder): Premium-Holz aus Nordamerika. Natürlich resistent gegen Fäulnis, Insekten und UV-Strahlung. Duftet angenehm. Braucht kaum Pflege. Aber: 2-3x so teuer wie Fichte. Haltbarkeit: 25-35 Jahre.
Sibirische Lärche: Hart, dicht, natürlich witterungsbeständig. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zwischen Fichte und Cedar. Entwickelt mit der Zeit eine silbergraue Patina. Haltbarkeit: 15-25 Jahre.
Für den Innenraum
Espe (Aspe): Harzfrei, splitterfrei, wärmt sich nicht unangenehm auf. Der Standard für Saunabänke und Innenverkleidung. Helle, gleichmäßige Oberfläche.
Abachi: Tropisches Holz mit extrem niedriger Wärmeleitfähigkeit — fühlt sich selbst bei 100°C nicht heiß an. Ideal für Saunabänke. Nachhaltigkeitsbedenken beachten.
Erle: Rötlich-warmer Ton, harzfrei, geringe Wärmeleitfähigkeit. Beliebte Alternative zu Espe mit edlerer Optik.
→ Ausführlicher Vergleich: Gartensauna Holz — Fichte, Zeder, Thermoholz im Vergleich
Holzofen vs. Elektroofen — die Grundsatzentscheidung
Die Ofenfrage ist fast so emotional wie die Frage nach dem richtigen Fußballverein. Beide Seiten haben überzeugende Argumente. Hier die nüchterne Analyse:
Elektroofen
Vorteile:
- Auf Knopfdruck startklar — kein Anzünden, kein Nachlegen
- Präzise Temperatursteuerung (auf 1°C genau)
- Timer-Funktion: Sauna ist heiß wenn du heimkommst
- Kein Schornstein nötig → keine Schornsteinfeger-Kosten
- Keine Feinstaubbelastung, kein Rauch
- Einfachere Baugenehmigung
Nachteile:
- Braucht 400V-Anschluss (bei >4,5 kW) → Elektriker-Kosten
- Höhere Betriebskosten als Holz (ca. 2-4€ pro Sitzung)
- Kein Knistern, kein Feuer-Erlebnis
- Abhängig vom Stromnetz
Holzofen
Vorteile:
- Das authentische Sauna-Erlebnis — Flammen, Knistern, Holzduft
- Unabhängig vom Stromnetz (ideal für abgelegene Standorte)
- Niedrigere Betriebskosten (1-3€ pro Sitzung mit eigenem Holz quasi kostenlos)
- Oft intensivere, weichere Wärme (subjektiv von vielen bevorzugt)
- Kein 400V-Anschluss nötig
Nachteile:
- Schornstein nötig (200-600€) + Schornsteinfeger-Abnahme und -Gebühren
- Feinstaubverordnung beachten (BImSchV 2. Stufe)
- 30-40 Minuten Vorlauf zum Anheizen
- Temperatur schwankt, erfordert Erfahrung
- Holz lagern, spalten, bereitstellen
- Nachbar kann sich über Rauch beschweren
Meine Empfehlung: Für die meisten Gartensauna-Besitzer in Wohngebieten ist der Elektroofen die pragmatischere Wahl. Kein Ärger mit Nachbarn, kein Schornsteinfeger, präzise Steuerung. Der Holzofen lohnt sich, wenn du auf dem Land lebst, eigenes Holz hast und das Ritual des Feuermachens liebst.
→ Details: Saunaofen Test 2026
Elektroanschluss — 230V oder 400V?
Eine häufige Stolperfalle bei der Planung. Die Faustregel ist einfach:
- Bis 4,5 kW: 230V-Anschluss reicht (normale Steckdose, aber dedizierte Leitung mit Absicherung empfohlen)
- Ab 4,5 kW: 400V-Starkstromanschluss erforderlich (Drehstrom, muss vom Elektriker verlegt werden)
Da die meisten Gartensaunen einen Ofen mit 6-9 kW brauchen, ist in der Praxis fast immer ein 400V-Anschluss nötig. Das bedeutet:
- Erdkabel vom Sicherungskasten zur Sauna verlegen (5x2,5mm², bei längeren Strecken 5x4mm²)
- Eigene Absicherung im Sicherungskasten (FI-Schutzschalter + Leitungsschutzschalter)
- Kosten: 300-800€ (je nach Entfernung zum Haus, Grabungsaufwand)
- Immer vom Elektriker machen lassen! Keine DIY-Elektrik bei 400V. Lebensgefahr und Versicherungsrisiko.
Isolierung — warum sie den Unterschied macht
Viele Käufer achten auf Holzart und Ofenleistung, vergessen aber die Isolierung. Dabei entscheidet sie maßgeblich über Energieeffizienz, Aufheizzeit und Komfort — besonders im Winter.
Wandstärke
- 28-38 mm Massivholz: Minimum. Reicht für Sommerbetrieb, im Winter hoher Energieverlust. Typisch für günstige Bausätze.
- 40-45 mm Massivholz: Guter Standard. Ganzjahrestauglich, akzeptable Isolierung.
- 58-70 mm Massivholz: Premium. Exzellente Isolierung, schnelleres Aufheizen, niedrigere Betriebskosten. Lohnt sich bei regelmäßiger Nutzung.
- Sandwich-Aufbau (Holz + Mineralwolle + Holz): Beste Isolierung, aber aufwändiger in der Konstruktion. Typisch für Elementsaunen.
Dach
Das Dach ist die größte Schwachstelle bei der Isolierung — Wärme steigt nach oben. Ein gut gedämmtes Dach (mindestens 100mm Mineralwolle oder vergleichbar) kann die Aufheizzeit um 20-30% verkürzen und den Energieverbrauch deutlich senken.
Boden
Oft vernachlässigt: Kälte von unten. Ein isolierter Boden (oder zumindest Luft zwischen Sauna und Erdreich via Punktfundamente) macht einen spürbaren Unterschied, besonders im Winter.
Die richtige Größe wählen
Zu klein kaufen ist der häufigste Fehler bei Gartensaunen. Meine Faustregel:
- 1-2 Personen: Mindestens 1,5 x 1,5 m Innenraum (ca. 3 m²). Fasssauna Ø160-180cm.
- 2-4 Personen: 2,0 x 2,0 m (ca. 4-5 m²). Fasssauna Ø200-210cm, Länge 200-250cm.
- 4-6 Personen: 2,5 x 2,5 m oder größer (ca. 6-8 m²). Saunahaus empfohlen.
- 6+ Personen: Ab 3,0 x 3,0 m (9+ m²). Definitiv Saunahaus mit Vorraum.
Der wichtigste Tipp: Kaufe eine Nummer größer als du denkst. Die Aufpreise zwischen den Größen sind oft gering (500-1.000€), aber der Komfortgewinn ist enorm. Eine zu kleine Sauna nervt bei jedem Besuch — eine großzügige Sauna bereust du nie.
Aufbau — Selbstbau vs. Bausatz vs. Profi
Bausatz (DIY-Aufbau)
Die meisten Gartensaunen werden als Bausatz geliefert — vormontierte Wandelemente, nummerierte Bohlen, Montageanleitung. Mit handwerklichem Grundverständnis und einem Helfer ist der Aufbau an einem Wochenende machbar.
Zeitaufwand: 1-2 Tage (Fasssauna) / 2-4 Tage (Saunahaus)
Werkzeug: Akkuschrauber, Wasserwaage, Gummihammer, Leiter
Schwierigkeit: Mittel — die meisten Bausätze sind gut durchdacht
Fertigmontage vom Hersteller
Viele Hersteller bieten Komplettmontage an. Das Sauna-Team kommt mit LKW, stellt auf und schließt an. Dauert typisch einen Tag. Kosten: 500-2.000€ zusätzlich, je nach Größe und Anfahrt.
Lohnt sich wenn: Du keine Zeit oder Lust hast, wenig handwerkliche Erfahrung hast oder die Sauna an einem schwer zugänglichen Ort steht.
Kompletter Eigenbau
Für erfahrene Handwerker. Maximale Freiheit bei Grundriss, Materialien und Details. Spart 30-50% gegenüber einem Fertigprodukt vergleichbarer Qualität.
Zeitaufwand: 100-300 Arbeitsstunden (je nach Komplexität)
Voraussetzung: Holzbau-Erfahrung, Verständnis von Dampfsperre/Belüftung, Elektrik durch Fachmann
Pflege und Wartung — damit die Sauna lange hält
Eine Gartensauna ist Wind, Regen, Sonne und Frost ausgesetzt. Ohne regelmäßige Pflege verkürzt sich die Lebensdauer drastisch. Hier der Wartungsplan:
Jährlich (Frühjahr empfohlen)
- Außenanstrich prüfen: Abblätternde Stellen abschleifen und nachstreichen. Bei Thermoholz oder Cedar reicht Auffrischung alle 2-3 Jahre.
- Dach kontrollieren: Dachpappe oder Schindeln auf Risse und Ablösungen prüfen.
- Holz auf Risse prüfen: Trockenrisse im Holz sind normal, aber tiefe Risse können Feuchtigkeit eindringen lassen → mit Holzkitt oder passendem Füllmittel schließen.
- Abfluss/Drainage prüfen: Wasserablauf unter der Sauna muss frei sein.
Alle 2-4 Wochen
- Innenraum lüften: Nach dem Saunieren Tür und Lüftung offen lassen, bis die Restfeuchte draußen ist. Das verhindert Schimmel.
- Bänke abwischen: Mit verdünntem Saunareiniger oder Essigwasser.
- Steine kontrollieren: Zerbröselte Saunasteine austauschen (alle 1-2 Jahre komplett erneuern).
Alle 3-5 Jahre
- Komplett-Anstrich außen: Alter Anstrich abschleifen, 2 neue Schichten.
- Ofen-Wartung: Heizelemente (Elektro) bzw. Brennraum (Holz) prüfen lassen.
- Fundament kontrollieren: Haben sich Punktfundamente gesetzt? Ausrichten.
Die wichtigsten Gartensauna-Hersteller 2026
Der Markt für Gartensaunen ist groß und unübersichtlich. Hier die Hersteller, die mir in der Praxis am häufigsten begegnen — mit ehrlicher Einschätzung:
- Karibu: Deutschlands größter Sauna-Hersteller. Breites Sortiment, faire Preise, solide Qualität. Nicht Premium, aber zuverlässig. Gut für Einsteiger.
- Wolff Finnhaus: Hochwertige Saunahäuser aus Massivholz. Gute Isolierung, durchdachte Konstruktion. Preis-Leistung stimmt.
- Woodfeeling: Gehört zur Karibu-Gruppe. Etwas moderneres Design, vergleichbare Qualität.
- Finn Therm: Spezialist für Fasssaunen. Solide finnische Qualität, faire Preise. Einer der Marktführer im Fasssauna-Segment.
- Palkkio: Finnischer Hersteller, Oval-Fasssaunen. Premium-Segment mit exzellenter Verarbeitungsqualität. Einzelteil-Lieferung und Vor-Ort-Aufbau möglich.
- Sentiotec / Harvia: Nicht die Sauna selbst, aber die führenden Ofen-Hersteller. Harvia ist der Nokia der Saunaöfen — finnischer Marktführer.
- Röger: Deutsche Manufaktur, Premium-Qualität, individuelle Anpassungen möglich. Höheres Preissegment.
- Isidor: Online-Anbieter mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, besonders bei Fasssaunen.
→ Detaillierter Vergleich: Gartensauna-Hersteller im Vergleich
Fazit und Empfehlung
Eine Gartensauna ist eine Investition in Lebensqualität und Gesundheit. Damit sie sich lohnt, hier meine drei wichtigsten Empfehlungen:
1. Ehrlich zu dir selbst sein: Wirst du wirklich 2-3 Mal pro Woche saunieren? Wenn ja, amortisiert sich jede Gartensauna innerhalb weniger Jahre. Wenn nein, teste erst ein halbes Jahr lang regelmäßig in einer Therme, bevor du kaufst.
2. Nicht am falschen Ende sparen: Günstiges Holz, dünne Wände und billiger Ofen rächen sich innerhalb weniger Jahre. Investiere lieber in Thermoholz, ordentliche Isolierung und einen Markenofen — das zahlt sich über die gesamte Lebensdauer aus.
3. Größer planen als du denkst: Die Aufpreise zwischen Größen sind gering, der Komfortunterschied ist riesig. Und spätestens wenn Freunde oder Familie mitkommen wollen, bist du froh über jeden zusätzlichen Quadratmeter.
Wenn du noch unsicher bist, welcher Typ zu dir passt, starte mit unserem Gartensauna Test 2026 — dort vergleichen wir die besten aktuellen Modelle aus allen Kategorien.
Häufige Fragen
Was kostet eine Gartensauna?
Eine einfache Fasssauna gibt es ab 1.500-3.000 Euro. Ein solides Saunahaus mit Vorraum kostet 5.000-12.000 Euro. Premium-Modelle liegen bei 10.000-25.000 Euro. Dazu kommen Nebenkosten für Fundament (500-2.000€), Elektroanschluss (300-800€) und Zubehör (200-500€).
Brauche ich eine Baugenehmigung für eine Gartensauna?
Das hängt vom Bundesland ab. In den meisten Bundesländern sind freistehende Gartensaunen bis 10 m³ umbauten Raums genehmigungsfrei. In Bayern liegt die Grenze bei 75 m³, in NRW bei 30 m³. Ein Holzofen kann zusätzliche Auflagen mit sich bringen.
Welches Holz ist am besten für eine Gartensauna?
Nordische Fichte ist der Standard — günstig und bewährt. Thermoholz bietet deutlich bessere Witterungsbeständigkeit. Zedernholz (Red Cedar) ist premium und von Natur aus resistent. Für den Innenraum eignet sich Espe oder Abachi (harzfrei, splitterfrei).
Fasssauna oder Saunahaus — was ist besser?
Fasssaunen heizen schneller auf, sind günstiger und brauchen weniger Platz. Saunahäuser bieten mehr Komfort, bessere Isolierung und längere Lebensdauer. Für kleine Gärten und Budgets unter 5.000€ ist die Fasssauna ideal.
Welches Fundament braucht eine Gartensauna?
Fasssaunen stehen auf Kufen — ein verdichtetes Kiesbett reicht. Saunahäuser brauchen Punktfundamente oder eine Betonplatte. Wichtig: Der Untergrund muss eben, tragfähig und wasserabführend sein.